Wie stabil ist das Hepatitis-C-Virus?

Und was die betroffenen Hämophilen beachten müssen!


Wie stabil ist das Hepatitis-C-Virus?
Die Widerstandsfähigkeit von HCV

(siehe auch News-Meldung am 12.05.2010,

bitte beachten Sie aber die Anmerkung der Redaktion!)

Die Hepatitis-C-Virus- – kurz HCV – Infektion ist eine tückische Krankheit. Das Virus führt bei etwa 70 Prozent der Infizierten meist unbemerkt zu einer chronischen Leberinfektion. Mit dieser steigt für die Patienten das Leberkrebsrisiko. Meist gelangt das Virus über einen Nadelstich in den Körper oder über Blut-Blut-Kontakt. Wissenschaftler vom TWINCORE und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wollten wissen, wie lange das Virus ohne einen Wirt in Flüssigkeiten überlebt, um Patienten, Pflegepersonal und Ärzte sicher vor Infektionen schützen zu können.

Und wenn Klinik und Grundlagenforschung sich zusammentun, entstehen wie von selbst reihenweise neue Fragen. So hat der Nachweis der aktiven Viren – gegenüber den Erbgutteilen – gezeigt, dass die Ansteckungsgefahr durch HCV in einigen Bereichen neu geprüft werden muss. Offenbar lauert nicht überall, wo Erbgut zu finden ist, auch unbedingt Ansteckungsgefahr. Zwar ist das Risiko, sich in einem gemeinsamen Haushalt oder über sexuelle Kontakte mit HCV zu infizieren, ohnehin extrem gering, aber diese Risiken genau zu kennen, kann sie noch weiter verringern. So sind diese Fragen – etwa für Samenflüssigkeit – noch längst nicht alle geklärt. Und auch der Stabilität des Virus gehen die Wissenschaftler weiter auf den Grund: „Wir werden gemeinsam untersuchen, wie sich das Virus verhält, wenn es antrocknet. Handschuhe, Holz, Stahl – wir werden alle Arten von Oberflächen testen, die in der Klinik vorkommen“, plant Eike Steinmann. Denn ein Tropfen Flüssigkeit trocknet schnell ein und dann deutet nicht einmal mehr etwas auf eine Gefahr hin.

Anm. d. Red.:
Die fehlenden Kenntnisse zur Stabilität und Infektiosität des Hepatitis-C-Virus (HCV) außerhalb des Körpers bedeuten für infizierte Hämophile nicht zuletzt, auch alle gebrauchten Injektionsmaterialien (Spritzen, „Schwänzchenkanülen“ bzw. Nadeln) sorgfältig und sicher zu entsorgen, was in der Mehrzahl der Fälle wohl auch geschieht. Die Materialien gehören keinesfalls in den Hausmüll, um für Unbefugte (z.B. Kinder oder Drogenabhängige) nicht zugänglich zu sein und eine Infektionsgefahr zu bedeuten! Bitte sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Behandlungszentrum, um eine sichere Entsorgung, z.B. über spezielle Klinik-Müllboxen, zu gewährleisten.

(vollständiger Artikel in den "HBl 3/2010 im Dezember)