"Bluter wehren sich gegen Diffamierung als Kostentreiber"

Schuld sind nicht die Bluter, schuld ist das System


PRESSEMITTEILUNG

16. Juni 2010

Die Deutsche Hämophiliegesellschaft zur Bekämpfung von Blutungskrankheiten e.V. (DHG) als bundesweite Interessenvertretung der Bluter wehrt sich entschieden gegen die veröffentlichte Aussage der Kölner GBK, die Behandlung von zwei Blutern sei der Grund für ihre drohende Pleite. Vielmehr ist nach Ansicht der DHG die aktuelle finanzielle Situation der GBK dem deutschen Gesundheitssystem geschuldet. Es zeichne sich ab, dass kleine Kassen wie die GBK Köln auf Dauer nicht überlebensfähig seien, was von der Politik auch so gewollt sei. Größere Kassen wie die Ortskrankenkassen, wo die meisten Bluter versichert seien, stünden nicht vor der Zahlungsunfähigkeit, berichtet Werner Kalnins, Vorsitzender des Vorstands der DHG. Die GBK Köln verfüge nicht über eine ausreichende Zahl an Versicherten, um die Kosten einzelner „teurer“ Versicherter ausgleichen zu können. Eine weitere Ursache sei vermutlich auch die Altersstruktur der Versicherten, so Kalnins.
Bei der Therapie der Hämophilie handele es sich um eine für die betroffenen Patienten lebensnotwendige und damit alternativlose Behandlung. Kalnins: „Die Kosten dieser Behandlung als Grund für Finanzprobleme vorzuschieben, ist daher verantwortungslos und unethisch.“
Weiter weist die DHG darauf hin, dass bei der Hämophiliebehandlung nachweislich wirksame Arzneimittel zum Einsatz kämen. Im Gegensatz dazu blieben rund 30 Prozent aller in Deutschland verschriebenen Medikamente ohne therapeutischen Nutzen. Werner Kalnins: „Es liegt auf der Hand, dass auf diesem Gebiet – und nicht bei der Behandlung der Bluter – erhebliche Einsparpotentiale zu suchen sind.“  

Für weitere Auskünfte steht Ihnen die Geschäftsstelle der Deutschen Hämophiliegesellschaft unter Tel.: (040) 672 29 70 / e-mail: dhg-Entfernen Sie diesen Text-@dhg.de gerne zur Verfügung.