Erhöhung der Zusatzbeiträge der GBK Köln

Reaktion der DHG


Herrn
Helmut Wasserfuhr
Vorstand der Gemeinsamen Betriebskrankenkasse Köln  
Jakordenstraße 18-20
50668 Köln

5. Februar 2010

Ihre Stellungnahme zur Erhöhung der Zusatzbeiträge

Sehr geehrter Herr Wasserfuhr,

mit Verwunderung und Verärgerung haben wir Ihre Stellungnahme in den Nachrichten der ARD und des ZDF am vergangenen Mittwoch sowie Ihre Aussage in der gestrigen online-Ausgabe des Kölner Stadtanzeigers zur Kenntnis genommen, in der Sie als Begründung für die Erhebung der maximalen Zusatzbeiträge bei Ihren Versicherten die Ausgaben für die Behandlung eines Bluters angeben.
Dies kommt einer Schuldzuweisung gleich, der sich die Deutsche Hämophiliegesellschaft zur Bekämpfung von Blutungskrankheiten e.V. (DHG) als bundesweite Interessenvertretung der Bluter entschieden entgegensetzt. 
Die Ursache dafür, dass Ihre Kasse Zusatzbeiträge erheben muss, ist wohl in erster Linie auf die geringe Mitgliederzahl der GBK Köln zurückzuführen. Eine kleine Kasse wie die Ihre verfügt nicht über eine ausreichende Zahl an Versicherten, um die Kosten einzelner „teurer“ Versicherter ausgleichen zu können – anders als dies bei größeren Kassen der Fall ist. Eine weitere Ursache dürfte vermutlich auch die Altersstruktur der Versicherten sein.
Bei der Therapie der Hämophilie – im speziellen Fall einer Hemmkörper-Hämophilie – handelt es sich um eine für den betroffenen Patienten lebensnotwendige Behandlung, die in den meisten Fällen auch erfolgreich ist. Die Kosten dieser Behandlung als Grund für Ihre Beitragserhöhung vorzuschieben, halten wir daher für verantwortungslos und unethisch.
Des Weiteren möchten wir darauf hinweisen, dass bei der Hämophiliebehandlung nachweislich wirksame Arzneimittel zum Einsatz kommen.  Es ist bekannt, dass im Gegensatz dazu rund 30 Prozent aller in Deutschland verschriebenen Medikamente ohne therapeutischen Nutzen bleiben. Es liegt auf der Hand, dass auf diesem Gebiet – und nicht bei der Behandlung der Bluter – erhebliche Einsparpotentiale zu suchen sind.
Wir möchten Sie bitten, Schuldzuweisungen an einzelne Patienten beziehungsweise Patientengruppen in Zukunft zu unterlassen. 

Mit freundlichen Grüßen
Werner Kalnins
Vorsitzender des Vorstands