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Der nächste Schritt in der Hepatitis C-Therapie?

Erste Studie ohne Interferon und Ribavirin


Eine chronische Hepatitis C kann mit dem heutigen Therapieschema aus Interferon (Spritzen) und Ribavirin (Tabletten) über mehrere Monate (je nach Virustyp und Ansprechen 24 bis 72 Wochen) bei etwa 60 Prozent der Patienten ausgeheilt werden. (Anm.d.Red.: Bei Co-Infizierten ist die Erfolgsrate deutlich geringer.)
Allerdings verursacht diese Behandlung bei vielen Patienten unangenehme Nebenwirkungen und ist außerdem aufwändig und teuer. Neue Optionen werden also dringend gesucht.

Nun hat Roche Pharma eine Phase-I-Studie mit einem Hepatitis C-Proteasehemmer und einem Hepatitis C-Polymerasehemmer durchgeführt – ganz ohne Interferon und Ribavirin.

In der INFORM-1-Studie ging es vor allem um die geeignete Dosierung. 57 Patienten mit chronischer Hepatitis C erhielten die Kombination aus dem Proteasehemmer R7227 und dem Polymerasehemmer R7128 in unterschiedlicher Dosierung. Bei der höchsten untersuchten Dosis wurde nach 14 Tagen Behandlung ein Rückgang der HepC-Viruslast von 4,8 bis 5,2 log-Stufen beobachtet und bei 63 Prozent der Patienten sank die Viruslast unter die Nachweisgrenze (40 IU/ml). Naturgemäß können bei einer so kurzen Studiendauer nur sehr vorläufige Daten zur Verträglichkeit erhoben werden, aber es traten zumindest keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf.

Diese ersten Daten sind ein Schritt hin zu einer völlig neuartigen Behandlung der Hepatitis C.
Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Denn bis jetzt wurde noch nicht bewiesen, dass auch die Behandlung ohne Interferon/Ribavirin die Hepatitis C ausheilen kann, oder ob es nur (wie bei HIV) zu einer lang andauernden Unterdrückung der Viruslast kommt.

Wir werden die weitere klinische Entwicklung dieser Substanzen mit großer Aufmerksamkeit verfolgen.

(Quelle: Projekt Information e.V. Mai/Juni 2009 – Pressemitteilung Roche Pharma AG vom 25. April 2009)