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Physiotherapie

Manipulativmassage nach Dr. Terrier


Physio-Trainingstherapie

Teil 1 – Manipulativmassage

Mit diesem Heft beginnend, möchten wir Sie über einzelne Methoden der Physio-Trainingstherapie informieren.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen aktiven und passiven Techniken. Bei aktiven Techniken muß der Patient etwas tun, meistens also, seine Muskeln anspannen. Hier arbeiten Patient und Therapeut. Bei passiven Techniken muß der Patient nur locker lassen und nur der Therapeut arbeitet.

Meistens werden in der konkreten Behandlung aktive und passive Techniken gemischt.

Wir beginnen mit der Darstellung der Manipulativmassage nach Dr. Terrier, einer der wenigen, rein passiven Behandlungsmethoden.

Es gilt zwar der Satz, dass es nichts Neues unter der Sonne gibt, aber dennoch hört man gelegentlich von etwas Neuem. Häufig wird einem Kind nur ein neuer Name gegeben, häufig werden bekannte Methoden sinnvoll und effektiv miteinander kombiniert. Dies gilt z.B. für die Manipulativmassage nach Dr. Terrier.

Diese Therapieform verbindet einfach gesagt zwei Behandlungsmethoden: Erstens Formen der klassischen Massage und zweitens Formen der Manualtherapie.

Die Manipulativmassage verbindet also die Grifftechniken der klassischen Massage für gelenknahe Weichteilstrukturen (Sehnen, Muskeln, Bänder) mit der gleichzeitigen Längs- oder Querdehnung dieser Strukturen während einer gelenkschonenden passiven Mobilisation. Hinzu kommen gleichzeitig die Elemente der Manualtherapie mit Traktions- (Zug), Gleit- und Lateralisierungstechniken (seitliche Verschiebung der Gelenkanteile) zur Anwendung. Die Kombination dieser Techniken wird als Manöver bezeichnet. Eine Anzahl solcher Manöver wird zu Behandlungsprogrammen für jede Gelenkregion oder auch für Wirbelsäulenabschnitte zusammengefasst.

Mit dieser Therapieform verfügt der darin ausgebildete Physiotherapeut (Krankengymnast/Masseur) über eine vielfältige, komplexe, mechanische Reiztherapie zur Behandlung einer arthromuskulären Dysfunktion (Fehlfunktion von Gelenk und/oder Muskulatur).

Die Manipulativmassage mit ihren vielfältigen Druck- und Dehnreizen spricht vor allem Nervenzellen in Muskeln, Sehnen und Gelenken an, welche auf Druck,

Zug und Bewegung reagieren (Propriorezeptoren/Mechanorezeptoren). Diese kann man als „innere Sinnesorgane“ des Bewegungsapparates bezeichnen. Sie selber kennen dieses Gefühl  zum Beispiel nach einer Gelenkblutung, daß ihr „Gleichgewichtsgefühl“ gestört scheint.. Dies liegt daran, dass es durch die Gelenkblutung zu einer Störung der Propriorezeptoren gekommen ist.

Weiter zeigt diese Therapieform häufig eine starke schmerzhemmende Wirkung. Ein Patient, welcher im Rahmen eines „Schnupperkurses“ einmalig diese Therapie erhielt, berichtete, dass er sich in den letzten Jahren nicht mehr so leicht und flüssig hätte bewegen können, wie nach dieser Therapie.

Eine Intensivierung lässt sich häufig noch dadurch erzielen, dass die Therapie im warmen Wasser, zum Beispiel im Bewegungsbad, durchgeführt wird.

Diese Therapie sollte unter Substitutionsschutz erfolgen, da es gelegentlich zu „härteren“ Griffen bzw. größeren Bewegungsausschlägen kommen kann.

                                Stephan Rotter

Masseur und medizinischer Bademeister

                                   Abt. Physikaliksche Therapie 

Eifelhöhenklinik