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Blut verbindet alle

Sport und Hämophilie

Alltägliche Bewegung und Sport sind – für Gesunde wie für Menschen mit Blutgerinnungsstörungen – ein wichtiger Bestandteil des Wohlbefindens. Die positiven Auswirkungen auf Körper und Psyche sind unbestritten:

Durch die gute Versorgung mit Gerinnungsfaktoren steht Hämophilen mittlerweile die Teilnahme an zahlreichen Sportarten offen. In der Hämophiliebehandlung wird sportliche Betätigung weitestgehend empfohlen.

Dies beginnt bereits bei altersgerechter Betätigung im Kindesalter, etwa die Nutzung von Rollern und Fahrrädern sowie das spielerische Heranführen an gelenkschonende Sportarten wie etwa Schwimmen.

Bei jungen Hämophilen bzw. Eltern von hämophilen Kindern besteht oft die Frage, welche Sportarten geeignet sind. Man kann die Sportarten grob in drei Gruppen einteilen:

  1. Sportarten mit hohem Risiko:
    Diese Sportarten sollten von einem Hämophilen nicht ausgeführt werden. Als Beispiel kann Eishockey dienen.

  2. Sportarten mit moderatem Risiko:
    Diese Sportarten weisen ein Verletzungsrisiko auf, welches aber durch Vorsichtsmaßnahmen verringert werden kann. Als Beispiel kann hier Inline-Skating dienen. Die Grundbewegung mit fast keiner stoßenden Einwirkung auf die Beine ist als positiv zu bewerten. Das Verletzungsrisiko durch einen Sturz kann durch Protektoren und einem Helm minimiert werden.

  3. Empfehlenswerte Sportarten mit geringem Risiko:
    Als empfehlenswerte Sportart kann man zum Beispiel Schwimmen nennen.

Bei der Auswahl einer Sportart sollten natürlich immer Gesundheitszustand, Fähigkeiten und Interessen der einzelnen Person im Vordergrund stehen. Generell gilt: Wählt man eine Sportart aus, sollte man die aktuelle Leistungsfähigkeit auf Defizite überprüfen – dasselbe macht jeder Leistungssportler in der Saisonvorbereitung. Hierbei hilft jeder gut ausgebildete Trainer. Es lohnt sich verschiedene Sportarten auszuprobieren (möglichst unter professioneller Anleitung), um „seinen“ Sport zu finden. Dabei werden ggf. auch neue sportliche Interessen entdeckt. Dies kann helfen, mit dem Verbot/Ausschluss ursprünglich gewünschter Sportarten umzugehen.

Keine Sportart ist völlig frei von Risiken. Durch einen bewussten Umgang mit den bekannten Risiken (etwa Anleitung, Nutzung von Protektoren, Einhalten der eigenen Grenzen, sportliche Aktivität nur im Bereich kontrollierter Gerinnung) können diese aber minimiert werden. Ob eine Sportart das Risiko wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Behandelnde Ärzte können aber meist gute Unterstützung bei der Entscheidung bieten, da sie die individuelle Situation in der Regel gut beurteilen können.

Verschiedene Sportangebote speziell für Hämophile finden regelmäßig an unterschiedlichen Orten in Deutschland statt (siehe Terminkalender). Die Universität Wuppertal organisiert Sportcamps („HEP: Hemophilia & Excercise Projekt“, www.haemophilia-exercise.de). Sogenannte „Watercise“-Veranstaltungen (Firma CSL Behring, siehe unter www.cslbehring.de/patienten/watercise) geben Möglichkeiten für Aquafitness und andere gelenkschonende Übungen im Wasser. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in der Geschäftsstelle der DHG.

Sport und Bewegung haben drei wichtige Ziele:

Sie sollten als Teil der Lebensqualität und als Mittel zur Integration in das soziale Umfeld angesehen werden!