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Therapie mit Gerinnungsfaktoren

Therapie von Blutgerinnungsstörungen

Das Grundprinzip der Therapie von Blutgerinnungsstörungen besteht im Ersatz des fehlenden Blutgerinnungsfaktors. Damit sollen Blutungen verhindert (Prophylaxe) oder behandelt und die damit u.U. gravierenden Folgen (z.B. schwere Gelenkschäden; vitale Gefährdung) für den Patienten vermieden werden. Dieses Therapieverfahren hat seit Beginn der 1960er Jahre zu großen Fortschritten in der Behandlung geführt. Der fehlende Faktor wird dabei intravenös injiziert.

Neben den traditionell aus Blutplasma produzierten Präparaten stehen seit den 1990er Jahren zunehmend auch gentechnisch hergestellte (rekombinante) Faktorenkonzentrate für Hämophilie A (Faktor VIII) und Hämophilie B (Faktor IX) zur Verfügung. Einige haben durch spezielle Herstellungstechniken (z.B. sog. Fusionsproteine) mittlerweile auch eine deutlich verlängerte Wirksamkeit (Halbwertszeit). Alle Produkte sind heute gut verträglich, virusfrei und somit sicher. Sie sind praktisch auch frei von allgemeinen Nebenwirkungen. Die Entwicklung von Antikörpern (sog. Hemmkörper) gegen den injizierten Blutgerinnungsfaktor bleibt ein beherrschbares Problem.

Die Therapie von Blutgerinnungsstörungen befindet sich in ständiger Weiterentwicklung. So wird z.Zt. eine ganz neue Generation von Blutgerinnungsmedikamenten klinisch geprüft, die ganz anders als bisher den Gerinnungsmechanismus beeinflusst und somit zur Hoffnung auf noch weitergehende Verbesserungen der Therapie Anlass gibt.

Prof. Dr. med. R. Zimmermann
Mitglied des Ärztlichen Beirats

Übersicht über alle zugelassenen Gerinnungsfaktorpräparate in Deutschland

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