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Blut verbindet alle

Gerinnungspräparate in Apotheken

Künftig werden Sie Ihre Gerinnungspräparate nicht mehr in Ihrem Hämophiliezentrum erhalten, sondern in einer Apotheke Ihrer Wahl. 

Als Einführungsdatum war ursprünglich der 15. August 2020 vorgesehen. Aufgrund eines redaktionellen Fehlers im Gesetzestext wurde der Termin auf den 1. September 2020 verschoben.

Damit gehen auch für Sie einige Änderungen einher. Auf diesem Flyer finden Sie alle wichtigen Informationen. Bitte lesen Sie ihn sorgfältig durch und beachten Sie die Checkliste.

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.

    Was ändert sich für mich?

    Ab dem 01. September 2020 werden Sie Ihre Gerinnungspräparate nicht mehr in Ihrem Hämophiliezentrum erhalten, sondern in einer Apotheke Ihrer Wahl. Das Rezept stellt Ihnen Ihr Hämophilie-Arzt aus.

    Was passiert, wenn die Apotheke meine Arzneimittel nicht vorrätig hat?

    Jede Apotheke wird täglich mit Arzneimitteln beliefert. Stehen Ihre Präparate vor Ort nicht direkt zur Verfügung, ist eine Lieferung innerhalb kurzer Zeit möglich. Stimmen Sie sich am besten rechtzeitig mit Ihrer Apotheke ab.

    Muss ich Zuzahlungen leisten?

    Die Belastungsgrenze für Zuzahlungen liegt bei 2 Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens, für chronisch Kranke bei 1 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen.

    Benötigen Sie mehrere Packungen Ihres Gerinnungspräparates auf einmal, können diese von Ihrem Apotheker so zusammengestellt werden, dass sie als Abgabe einer Einzelpackung gelten und nur einmal die Zuzahlung anfällt (bis zu höchstens 30 Packungen). Erkunden Sie sich dazu bitte bei Ihrem Arzt und Ihrem Apotheker.

    Weitere Infos zum Thema Zuzahlungen finden Sie unter www.gsavheminfo.de/patienten (Seite der Firma Takeda)

    Wie wird die Notfallversorgung sichergestellt?

    Sollten Sie im Notfall keine Präparate zu Hause haben, verfügt Ihr Hämophilie-Arzt stets über einen Vorrat. Eine vorausschauende Planung zur eigenen Notfallbevorratung wird aber weiterhin empfohlen.

    Muss ich als Privatversicherter/Beihilfeberechtigter künftig in Vorleistung treten?

    Die privaten Krankenkassen / Beihilfestellen haben unterschiedliche Verfahren angekündigt, um zu vermeiden, dass die Patienten Ihre Präparate vorfinanzieren müssen. Wir empfehlen Ihnen jedoch dringend, frühzeitig mit Ihrer privaten Krankenkasse / Beihilfestelle Kontakt aufzunehmen und die Vorgehensweise zu klären. Kontaktieren Sie uns bitte, wenn es zu Problemen kommen sollte.

    Ändert sich etwas im Hinblick auf mein Substitutionstagebuch?

    Nein. Es ist nach wie vor sehr wichtig, dass Sie Ihr Substitutionstagebuch (in Papierform oder per App) sorgfältig führen. Die Apotheke informiert den rezeptausstellenden Arzt über die an Sie abgegebenen Produkte. Ihr Hämophilie-Arzt gleicht die Daten der Apotheke mit Ihrem Substitutionstagebuch ab, um sie lückenlos ins Deutsche Hämophilieregister (DHR) einzutragen.

    Stimmen Sie sich möglichst frühzeitig – am besten schon jetzt – mit Hämophilie-Arzt und Apotheke über Ihre künftige Versorgung ab.

    Damit sind Sie auf der sicheren Seite. Eine vorausschauende Planung ist äußerst wichtig, da sich die neuen Abläufe zunächst erst einspielen müssen und anfängliche Verzögerungen nicht ausgeschlossen sind. Kümmern Sie sich auf jeden Fall rechtzeitig um Nachschub, bevor Ihr Vorrat aufgebraucht ist.

    Suchen Sie weiterhin regelmäßig Ihr Hämophiliezentrum auf.

    Gerinnungserkrankungen können nur von Gerinnungsspezialisten adäquat behandelt werden. Regelmäßige Besuche im Hämophiliezentrum sind für die optimale Therapie Ihrer Erkrankung unablässig.

    Achtung Privatversicherte / Beihilfeberechtigte:

    Ab August müssen Sie die Präparate selbst vorfinanzieren, falls Sie mit Ihrer Versicherung / Beihilfestelle keine anderweitige Vereinbarung getroffen haben. Nehmen Sie unbedingt frühzeitig Kontakt mit Ihrer Versicherung / Beihilfestelle auf! Der Verband der Privaten Krankenversicherung sowie die Beihilfestellen der Länder haben auf unsere Anfrage hin unterschiedliche Vorgehensweisen zur Lösung der Problematik in Aussicht gestellt. Fragen Sie uns gerne.

    Bitte teilen Sie uns mit, wenn es zu Problemen kommen sollte.

    Wir helfen gerne weiter. Außerdem ist es wichtig, dass alle relevanten Informationen bei uns ankommen und von uns gesammelt werden können. Nur so können wir sehen, wo nachgebessert werden muss und wo wir als Patientenvertretung aktiv werden müssen.

    In den Hämophilie-Blätter sowie auf unserer Homepage werden wir weiter berichten.

    Wir wünschen Ihnen allen eine möglichst reibungslose Umstellungsphase!

    Weitere Informationen finden Sie auch unter www.gsavheminfo.de (Website der Firma Takeda) sowie unter www.meine-haemophilie.de (Website der Firma Pfizer).