Erfahrungen im Kiga ohne Integrationskraft

Erfahrungen im Kiga ohne Integrationskraft

Beitragvon Gast arrow Di 6. Mär 2018, 22:38

Liebe Leser/-innen,

Bei uns im Kiga gibt es mittlerweile eine ganz verzwickte Situation. Unsere Sohn (Hämophilie A) wurde im Januar 4 Jahre alt. Er ist mit 3 in den Kindi gekommen und hatte gleich eine Integrationskraft für die ich damals sehr gekämpft habe. Wir bekommen vom Landratsamt 660€ im Monat. Unsere erste I-Kraft wurde vom Personal nicht integriert, außerdem blieb ihr nach allen Abzügen zu wenig um selbständig zu sein. So dass sie nach 7 Monaten aufhörte.
Nachdem unser Sohn dann 2 Wochen alleine im Kindi war kam eine neue I-Kraft die recht ängslich war und für unseren Sohn eine schwierige Situation darstellte die er zu Hause extremst verarbeiten musste und wir die Hölle durchlebt haben. Jetzt ist er sehr auf sie fixiert und fordert ihre Aufmerksamkeit.

Dazu kommt das wir Eltern und die erste I-Kraft der Meinung waren unser Sohn habe sich gut eingelebt und er diese permanete Beobachtung nicht mehr benötigt. Darum haben wir uns mit der Kigaleitung geeinigt das nach einem halben Jahr die Betreuung reduziert wird. Zwischenzeitlich wechselte die Leitung und die Bezugserzieherin. Die neue Leitung lässt sich da auf nichts ein:“ Man nimmt was man kriegt. Es läuft doch ganz gut warum sollen wir etwas ändern. Wir Erzieherinnen können keine ständige Beobachtung leisten. Wenn etwas passiert wollen wir es gesehen haben.“ Sie meint er könne sich verbal nicht äußern (was quatsch ist und mir das Gegenteil von der Bezugserzieherin im Gespräch berichtet wurde). ... hier geht es nicht um das Wohl meines Kindes sondern um die Angst der Erzieherinnen die von Anfang an überdimensional war. Wir hatten schon viele Gespräche dort und haben so oft beschwichtigt auch unser Kinderarzt und glücklicherweise Facharzt für Hämophilie war auch zum Gespräch mit allen Erzieherinnen dort nur langsam geht mir die Puste aus. Unser Sohn ist sehr selbständig und er ist eigentlich sehr vorsichtig und achtsam wobei er kein Heiliger ist und auch sehr wild ist. Aber er bewegt sich sicher. Jetzt drohen sie das unser Sohn nicht mehr in den Bewegungsraum darf, wenn die I-Kraft nicht da ist was für ihn wirklich schlimm wäre.
Ausserdem ist das tägliche Anwesend sein ein muss, weil die I-Kraft sonst nicht auf ihre Stunden kommt. Das sind für uns enorme Einschränkungen da mein Mann fast jedes Wochenende arbeiten muss und unsere Familienzeit unter der Woche ist.
Ich musste sogar unterschreiben das mein Sohn allein auf die Toilette darf.
Mir würde es helfen eure Erfahrungen zu hören. Es ist sicher von Kind zu Kind unterschiedlich. Aber es gibt doch so viele Kinder die ohne I-Kraft oder mit weniger Stunden im Kindi sind.

Ich danke euch für eure Antworten und Unterstützung.

Sandra Mauch

Re: Erfahrungen im Kiga ohne Integrationskraft

Beitragvon Gast arrow Fr 9. Mär 2018, 18:50

Liebe Sandra,

wahrscheinlich braucht ihr jetzt einen Sozialarbeiter als Lotsen für Unterstützungsangeboten von der Stadt oder besser einer größeren Behandlungseinrichtung.
Ihr könnt in der DHG-Geschäftsstelle nachfragen, bzw. in eurer nächstgrößeren Behandlungseinrichtung - hier auf diesen Seiten - im DHG-Behandlerverzeichnis nachfragen (siehe Hämophiliezentren).

Mit Prophylaxe kann ein Hämophiler ein fast normales Leben führen, ohne Sonderbehandlung, Sondereinrichtung und Sonderbetreuung. Zu erleben auf jeder Wochenend- und Freizeitveranstaltung der DHG.

Alles Gute wünscht ein Hämophiler,
der Zeiten ohne Behandlungsmöglichkeiten und Zeiten der Behandlungsmöglichkeiten überlebt hat. Und auch von Eltern nie in eine Sonderstellung gedrängt wurde.

Re: Erfahrungen im Kiga ohne Integrationskraft

Beitragvon Gast arrow Fr 9. Mär 2018, 21:36

Lieber Hämophiler,

Vielen Dank für deine Nachricht. Ich denke auch das ein hämophiles Kind so normal wie möglich aufwachsen soll deshalb bin ich auch dagegen das mein Sohn permanent überwacht wird, weil er das jetzt nicht mehr braucht.

Ich würde gerne mehr von dir erfahren, wie du aufgewachsen bist und wie ich als Mama meine Kinder unterstützen kann. Über eine E-Mail von dir würde ich mich sehr freuen: sandra-schneider79@gmx.net

Liebe Grüße

Sandra Mauch

Re: Erfahrungen im Kiga ohne Integrationskraft

Beitragvon Gast arrow So 11. Mär 2018, 18:18

Liebe Sandra,
was ihr braucht sind Kiga-Erfahrungsberichte! Damit kann ich als alter Hämophiler nicht dienen. Aber im DHG-Terminkalender ist sicher etwas für Euch dabei,
z.B.:
Vom 25. bis 27. Mai 2018 findet in Rotenburg an der Fulda (Posthotel) das Mitgliederwochenende statt.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Einladung zum Mitgliederwochenende. (Anmeldeschluss: 15.03.18)
Kontakt:
DHG-Geschäftsstelle
dhg@dhg.de
040- 67 22 970
(Da bin ich aber nicht dabei.)
MfG

Re: Erfahrungen im Kiga ohne Integrationskraft

Beitragvon Gast arrow Sa 24. Mär 2018, 21:40

Hallo

Wegen der Erfahrungsberichte habe ich mich hier gemeldet und auch meine Mailadresse veröffentlicht. Ich würde mich freuen wenn sich noch einige melden würden. Eine nette Frau hat mir geschrieben und wir haben bereits telefoniert. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Leider helfen die Erfahrungen nicht mehr da unser Kindergarten nach verschiedenen Gesprächen ganz dicht macht und ich Hilfe von der zuständigen Frühförderstelle und unserem Arzt bekomme.

Wir würden sehr gerne mal zu einem Treffen kommen aber die Meisten finden sehr weit weg statt. Aber trotzdem danke für deine Hilfe. Ich hoffe bei uns in Baden-Württemberg gibt es auch bald wieder mal ein Treffen.

Vielen Dank und liebe Grüße

Sandra Mauch