selbst Spritzen setzen

selbst Spritzen setzen

Beitragvon Anonymous arrow Di 23. Apr 2013, 18:04

Ulla: Hallo, der 7 jährige Sohn meiner Freundin hat schwwere Hämophilie und wird seit seiner Geburt 3 mal in der Woche vom Kinderarzt gespritz. Nun möchte die Krankenkasse, dass meine Freundin das selbst macht. Sie soll es sich beim Kinderarzt zeigen lassen. Meine Freundin ist nun sehr verunsichert und hat Angst, dem Jungen zu schaden. Sie traut sich das Spritzen nicht zu. Meine Frage: Wie ist es bei Euren Kindern? Spritzt Ihr selbst oder gibt es andere Möglichkeiten? Meine Freundin hat die Krankenkasse gefragt, wie es kommt das bei Ihrer Mutter (Diabetikerin) 2 mal täglich die Caritas zum Insulinspriten kommt aber sie ihren Sohn selbst behandeln soll. Die Antwort war, dass die Mitarbeiter der Caritas dafür nicht ausreichend geschult seinen. Das wäre für das Kind zu gefährlich. Aber eine Frau, die weder Krankenschwester, noch Arzthelferin oder ähniches ist, soll ihr Kind spritzen. Irgendwie verstehe ich das nicht. Wer haftet, wenn etwas passiert und das Kind zu Schaden kommt? Daran möchte ich gar nicht denken.

selbst Spritzen setzen

Beitragvon Anonymous arrow Di 23. Apr 2013, 19:04

Andreas Schreff: Hallo,

nach einer Einweisung ist es i.d.R. kein Problem, sein Kind selbst zu spritzen. Wir haben mit ca. 2-3 Jahren damit angefangen und seit dem sehr viel an Freiheit und Unabhängigkeit (vom Arzt, Krankenhaus, Pflegedienst, im Urlaub etc.) gewonnen. Wenn Ihr ein gutes Verhältnis zu eurem Kinderarzt habt, wird er euch das Spritzen sicher gerne beibringen. Bei uns hat das der Hausarzt gemacht. Meist finden es die Kinder eher gut, wenn es die Eltern durchführen. Wobei hier ausdrücklich beide Elternteile (oder Großeltern) spritzen können sollten. Dann kann man sich gegenseitig vertreten bzw. zu zweit auch mal "Trefferkrisen" bewältigen. Bei einem schon 7-Jährigen kann es vielleicht zu Akzeptanzproblemen kommen, weil's ja schon so lange so ging. Da muss man dann durch, es lohnt sich aber allemal.

Zusätzlich ist euch aber noch zu empfehlen, den Jungen selbst spritzen beizubringen. Dies kann man sehr gut bei den Kinderfreizeiten am Edersee erlernen. 8 Jahre ist hierfür ein hervorragendes Alter. Hierfür müsste man sich möglichst bald für die Freizeit 2013 bei der DHG-Geschäftsstelle anmelden. Die Plätze sind durchaus begehrt. Kann auch das Kind selbst spritzen, hat man schon fast den Gipfel der Unabhängigkeit erreicht. (Unser Sohn spritzt seit dem immer selbst und benötigt dabei nach kurzer Zeit auch keine weitere Hilfe/Zuspruch). Während dieser Freizeit machen sie alle sinnigen und unsinnigen Dinge, die so Kinder halt machen. Sowohl Kinder als auch die Eltern profitieren von den neuen Erfahrungen.
Nur Mut, ich habe bisher noch nicht gehört, dass die Kinder von den Eltern beim Spritzen geschädigt wurden.

selbst Spritzen setzen

Beitragvon Anonymous arrow Di 23. Apr 2013, 19:04

Silke & Jan Römer: Hallo
Ich kann Andreas nur zusprechen.Auch wir spritzen unseren Sohn seit er ein dreiviertel Jahr alt ist. Außer das es am Anfang Trefferprobleme gab ist noch nie etwas passiert und wir haben auch noch nie gehört, dass in dieser Richtung mal irgendwo ein Vorkomniss gewesen wäre.
Wir können euch nur dazu ermutigen selbst zu spritzen da dass es das Leben unheimlich erleichtert.
Wir würden aber auch mal bei der Krankenkasse drohen zu wechseln bzw auch gleich wechseln. Wir sind bisher bei 2 KK gewesen und die haben bisher alles ohne irgendwelche Forderungen bezahlt. Eine Spritze zu setzen ist nach unserer Meinung eine normale Krankenkassenleistung egal was da gespritzt wird.
Wenn ihr Fragen habt meldet euch telefonisch bei einen der Eltern die im Eltern für Eltern Forum stehen wir haben alle schon die verschiedensten Erlebnisse gehabt.