VWS Typ 1 - KiTa will uns plötzlich zwingen, Integrationsplatz zu beantragen

VWS Typ 1 - KiTa will uns plötzlich zwingen, Integrationspl

Beitragvon Anonymous arrow Mi 29. Jan 2014, 11:01

Hallo
zusammen,
mein Sohn hat das Von-Willebrand-Syndrom Typ 1 in milder Ausprägung. Mein
Sohn ist 3 Jahre alt, ein richtiger Wirbelwind, und für die KiTa
(Integrative Kita, Gruppenstärke 15) war das VWS bisher kein Problem.

Jetzt hatte mein Sohn einen Unfall (Sturz auf Kopf), und hatte ein
Hämatom, das immer weiter wuchs und Symptome einer
Gehirnerschütterung. Die KiTa hat mich angerufen, dass es immer
weiter nach innen blutet und nicht aufhört, und als ich dann gesagt
habe, sie sollen ihn dann eben ins KKH bringen, allein schon wegen
der Gehirnerschütterung, wollte die KiTa aus Angst vor den Kosten
keinen Krankenwagen rufen... ich hab den Kleinen dann selber ins KKH
geschafft, er war zwei Tage drin, hat Minirin bekommen und alles war
gut. Jedes andere Kleinkind hätte mit Schädelprellung und Übelkeit
auch stationär überwacht werden müssen. Dann kriege ich einen Anruf
von der KiTa, dass sein Integrations-Status, den er wegen einer
Sprachstörung noch bis zum Sommer hat, jetzt wegen des VWS dringend
verlängert werden müsste.

Ich bin baff. Die einzige "Mehrarbeit", die die Kita mit dem
kleinen Racker hat, ist dass sie im Zweifelsfall die
Gerinnungsambulanz oder 112 anrufen - Notfallausweis ist in der Kita,
Substitutionsplan steht hinten drauf, Telefonnummern vom Arzt (samt
Handy) sind auch da. Ich vermute, das ist die Retourkutsche weil ich
darauf bestanden habe, dass zu einer Ersten Hilfe in dieser Situation
mehr gehört als Kühlpäckchen draufdrücken...

Dürfen die das?? Ich habe Angst, dass der Kleine im Sommer rausgeworfen
wird :( Gern gesehen ist er eh nicht, weil er frech wie Rotz ist und
gern Widerworte gibt...

VWS Typ 1 - KiTa will uns plötzlich zwingen, Integrationsplatz zu beantragen

Beitragvon Anonymous arrow Mi 29. Jan 2014, 22:01

Hallo
Unser Sohn hat zwar Hämophilie aber das Problem ist ja letztendlich
das selbe.
Wir fragen uns warum bei so einer Erkrankung kein Rettungswagen geholt
wird, denn es ist ja schon eine bedrohliche Situation wenn er
gestürzt ist und von den Erziehern schon gesagt wird das es wohl nach
innen blutet. Da fragt man sich wie die das gesehen haben. ?
Die Kosten für einen Rettungswagen Einsatz werden immer noch von der
Krankenkasse übernommen. Wir haben noch nicht gehört, dass ein RTW
Einsatz von einer Kita zu bezahlen war.Aber das denken manchmal auch
die Ärzte ,dass sie die Fahrzeuge bezahlen müssen.
Zu der Frage wegen dem Integrationsplatz und der Verlängerung der
Integrationshilfe. Das sehen wir nicht als das große Problem da die
Kita so einen besseren Personal Schlüssel bekommt und so auch Ihren
Kind theoretisch geholfen ist. Unser Sohn war bis zum Ende seiner
Kita Zeit als IntegrationsKind geführt. Es ist halt die Frage ob Sie
die Möglichkeit haben in eine andere Kita zu wechseln und so
vielleicht ihre jetzige Kita etwas unter Druck zu setzen denn denen
geht es mit unseren Kindern nicht schlecht.
Liebe grüße
Familie Römer

VWS Typ 1 - KiTa will uns plötzlich zwingen, Integrationsplatz zu beantragen

Beitragvon Anonymous arrow Do 30. Jan 2014, 18:01

Hallo,

ich habe ebenfalls einen hämophilen Sohn und bin noch dazu Leiterin
einer Kita. Zum "Problem" Rettungsdienst: für die Kita
entstehen keinerlei Kosten und selbst wenn es so wäre, steht hier das
Kindeswohl im Vordergrund. Die Pflicht, den Rettungswagen zu rufen,
müsste jede Erzieherin kennen, denn sie hat alle zwei Jahre die
Erste-Hilfe-Ausbildung aufzufrischen. Vielleicht war es das erste
Mal, dass so eine Situation aufgetreten ist. Das entschuldigt das
Verhalten zwar nicht, sollte aber Anlass geben, das Personal nochmal
zu schulen und Sofortmaßnahmen festzulegen.

Zum zweiten Teil der Anfrage: Sie erwarten, dass ihr Sohn genau
beobachtet wird und sie umgehend informiert werden, wenn
gesundheitliche Probleme auftreten. Das kann eine Erzieherin allein
in einer Gruppe von 15 Kindern nur bedingt leisten, denn oftmals ist
es wichtig, den Hergang des Ereignisses zu schildern. Durch die
integrative Betreuung steht der Erzieherin eine fachkompetente
Kollegin zur Seite, die darauf ein besonderes Augenmerk legen kann.
Wenn die Gruppe z.B. außerhalb der Kita unterwegs ist, ist damit auch
sichergestellt, dass sofort Hilfe gewährleistet ist. Ich denke, dass
Sie das auf keinen Fall als Retourkutsche betrachten sollten. Durch
den Unfall ist den Erzieherinnen vielleicht erst richtig bewusst
geworden, welche verantwortung sie übernommen haben. Ich hoffe, Sie
haben kein Problem damit, dass Ihr Sohn ein integratives Kind ist,
betrachten Sie es einfach als erforderliche Bezeichnung, um ihm die
Betreuung zu gewährleisten, die Ihr Sohn benötigt.

Ich denke, dass hier dringend ein Gespräch erforderlich ist, um
"die Wogen zu glätten". Hier müssen sich beide Seiten
aufeinander verlassen können.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie das Vertrauen, dass Sie bisher zu Ihren
Erzieherinnen hatten, schnell wiederherstellen können, das ist nicht
nur für Sie und die Kita wichtig, sondern auch für Ihren Sohn.

Herzliche Grüße
Manuela Funk

VWS Typ 1 - KiTa will uns plötzlich zwingen, Integrationsplatz zu beantragen

Beitragvon Anonymous arrow Do 30. Jan 2014, 22:01

Hallo.
Wir haben einen sechsjährigen Sohn,der auch einen "
normalen" Kindergarten besucht und dort einen Integrationsplatz
hat. Unser Sohn hat schwere Hämophilie A. Ich verstehe gar nicht,
warum Sie gegen den Integrationsstatus sind. Wir haben lange
gekämpft,einen zu bekommen. In unserer Einrichtung ist eine
Erzieherin mit 14-15 Kindern allein. Der Personalschlüssel ist laut
Gesetz so. Wir haben mit dem Argument gekämpft,dass die Erzieherin
gar nicht in der Lage ist,sich um die anderen Kinder kümmern
kann,wenn irgend etwas mit unserem Sohn ist. Jetzt haben wir in
unserem Landkreis eine Einzelfalllösung gefunden,die beinhaltet,dass
die Erzieher unseres Sohnes pro Tag zwei Stunden länger arbeiten und
diese mehrstunden vom Sozialamt bezahlt werden. Und die ganze
Kindergartengruppe profitiert davon. Das mit dem nicht gerufenen
Rettungswagen finden wir allerdings schon grob fahrlässig. Aber ich
denke,ihr solltet euch noch mal in Ruhe an einen Tisch setzen und
reden. LG und alles Gute wünscht Familie Plüschke

VWS Typ 1 - KiTa will uns plötzlich zwingen, Integrationsplatz zu beantragen

Beitragvon Anonymous arrow Di 4. Feb 2014, 20:02

Hallo
zusammen,

vielen Dank für die Antworten! Mein Sohn hat keine Hämophilie, die sicher
einen I-Platz rechtfertigt, sondern ein mildes Von-Willebrand-Syndrom
Typ 1. Normale Stürze, Schnitte und Kratzer sind kein Problem, bei
dem Unfall ist er aus ca. 1 Meter Höhe mit dem Kopf voran auf eine
harte Kante gefallen. Zudem kommen in der Einrichtung, die auch
schwersbehinderte Kinder betreut, auf 5 Kinder 1 Erzieherin. In der
Gruppe sind 15 Kinder und 3, manchmal 4, Kräfte. Es sind zusätzlich
auch immer zwei Krankenschwestern da. Die Situation ist nicht mit
einem "normalen" Kindergarten vergleichbar.

Seine Erzieherinnen sagen, dass er weder besondere Betreuung noch Hilfe im
Alltag benötigt. In der Gruppe ist auch ein Kind mit Diabetes, das
keinen Integrationsstatus hat, und da wäre der Betreuungsaufwand um
ein Vielfaches höher. Der Sprachtherapeut sieht auch keinen Grund
mehr für einen Integrationsstatus, den mein Sohn allein wegen seiner
Sprachschwierigkeiten bekommen hat. Problematisch an seinem
Integrationsstatus ist, dass er damit z.B. automatisch von der
Einschulung zurückgestellt würde, und er weiterhin als
entwicklungsgestört gelten würde, da er den Integrationsplatz nicht
wegen der Blutungsproblematik, sondern wegen der Sprache hat. Ich
hätte ihn jedoch gern auf der Regelschule.

Das klärende Gespräch hatte ich heute - die Leiterin behauptet
plötzlich, sie hätten selbstverständlich die Rettung rufen wollen,
ich wäre dagegen gewesen, und die zwei Anrufe, was den mit den Kosten
wäre, hätten nie stattgefunden. Schuld sei angeblich die Aussage
einer beim Gespräch nicht anwesenden Krankenschwester gewesen...
warum dann trotz besseren Wissens trotzdem so gehandelt wurde, keine
Ahnung.

Die Leiterin ist die einzige, die eine Verlängerung des
Integrationsstatus befürwortet - heute hieß es dann, wenn er den
Status nicht verlängert bekommt, verliert er den Platz ganz und wir
brauchen einen neuen, dann Regelkindergarten, wo dann wirklich 30
Kinder auf 2 Kräfte kommen.

Die Entscheidung, ob I-Kind oder nicht, liegt auch nicht bei mir,
sondern bei der Stadt: Und die hat bereits letztes Jahr entschieden,
dass ein Integrationsplatz bei Hämophilie sehr wohl, bei
Von-Willebrand-Syndrom Typ 1 dagegen nicht gerechtfertigt ist.

VWS Typ 1 - KiTa will uns plötzlich zwingen, Integrationsplatz zu beantragen

Beitragvon Anonymous arrow Mi 5. Feb 2014, 20:02

Hallo
noch einmal,

der Kindergarten, in dem euer Kind einen Platz hat, scheint wohl einen
privaten Träger zu haben bei dem Personalschlüssel!!! Bei uns in
Thüringen heißt Integrationsstatus nicht automatisch
Schulrückstellung, dass ist eben oft das Problem in Deutschland,
jedes Bundesland macht es anders. Bei uns kann ein ein integratives
Kind auch eine Regeleinrichtung besuchen und bekommt eine zusätzliche
Fachkraft für 11,43 Stunden pro Woche oder im Einzelfall auch mehr.

Ich hoffe, es wird bald eine Entscheidung geben, mit der alle leben
können und bei der vor allem das Kind im Vordergrund der Überlegungen
steht. Auf jeden Fall würde ich rechtzeitig mit der Suche nach einer
anderen Einrichtung beginnen, um die Krankheit und die damit
verbundenen notwendigen Maßnahmen besprechen zu können, denn darauf
scheint es ja wohl hinauszulaufen. Ich wünsche euch alles Gute.

Manuela Funk

VWS Typ 1 - KiTa will uns plötzlich zwingen, Integrationsplatz zu beantragen

Beitragvon Anonymous arrow Do 6. Feb 2014, 13:02

Vielen
Dank! Ja, wir haben das große Glück einen Platz bei einem privaten
Träger zu haben, der in Zusammenarbeit mit dem DRK ganz explizit auch
Kinder aufnimmt, die sonst überhaupt keine Chance auf einen
Kindergarten hätten. Im selben Gebäude ist auch eine Pflegestation
für Kinder, beim gleichen Träger. Von daher überrascht mich auch die
Aussage, dass unser Sohn jetzt genau in dieser Kita einen I-Platz
braucht... Wir suchen bereits nach Alternativen, erste Gespräche mit
allen Infos sind nächste Woche. Wir hoffen, dass es einen möglichest
glatten Übergang gibt oder eventuell doch noch die KiTa mit sich
reden lässt. Ich vermute langsam, dass bei der Planung nicht
berücksichtigt wurde, dass unser Sohn nur einen vorübergehenden
I-Status hatte, der auf ein Jahr befristet war. Eben wegen der
Sprache, nicht wegen des VWS. Die sprachliche
"Entwicklungsstörung", daher auch die Schulrückstellung,
ist jetzt aber überwunden.