Integrationsplatz Kita

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Beitragvon Anonymous arrow Mi 2. Dez 2015, 18:12

Hallo
an alle...

Ich habe folgendes Problem. Unser Sohn hat schwere Hämophilie A und ist
seit diesem Jahr in Kindergarten. Er ist ein echter Satansbraten und
versucht so ziemlich alles was gefährlich für ihn ist. Er hat den
einfachen I-Status (Berlin), nur da er sich durch sein Draufgängertum
immer wieder etwas tut hat die Kita selbst eine Erhöhung des I-Status
(erweiterter I-Status) vorgeschlagen. Die üblicherweise 2 Erzieher
haben bis zu 16 Kinder zu betreuen und unser Rennzwerg ist dabei nur
schwer im Zaum zu halten.
Nun war die betreffende Bearbeiterin vom Jugendamt in der Kita, hat
allerdings vor Ort genauso wie vorher telefonisch den erweiterten
I-Status verneint, da sie selbst keine "besondere Gefahr"
für den Jungen sieht. Das sehen meine Frau und ich anders, denn wie
gesagt hat es genug Zwischenfälle gegeben bei denen die Erzieher den
Unfall nicht einmal gesehen haben. Letzteres ist für mich auch
nachvollziehbar, nur eben nicht hilfreich wenn erst spät Einblutungen
erkannt werden oder wie bereits geschehen Schädeltrauma (Sturz auf
den Kopf) unbeobachtet geblieben sind und möglicherweise dringend
notwendige Handlungen (Faktorgabe oder Einlieferung ins nächste
Hämophiliezentrum) erst zu spät erfolgen.

Hat jemand selbst Erfahrungen mit der Situation oder vielleicht Lösungen
anzubieten?

Danke
GL

Integrationsplatz Kita

Beitragvon Anonymous arrow Sa 5. Dez 2015, 10:12

Hallo
GL,

mich würde mal die konkrete Begründung der Dame interessieren? Ich würde
das auch nicht telefonisch machen, sondern nur schriftlich.

Grundsätzlich solltet Ihr mit eurem Behandler sprechen und um ein
entsprechendes Schreiben zu der "besonderen Gefahr" bitten.
Der darf in dem Schreiben auch ruhig ein wenig überteiben.

Dann ist es an euch und der KITA der Dame eine KAUSALITÄT zwischen der
Beeinträchtigung (Hämophilie A)und der Teilhabe am alltäglichen Leben
(in diesem Falle am KITA-Alltag)aufzuzeigen. (auch schriftlich).
Fazit - euer Kind kann nicht / nur eingeschränkt am KITA Alltag
teilhaben da es Hämophilie hat. Mit einer entsprechenden Hilfe wäre
jedoch eine Kompensation möglich.



Davon abgesehen möchte ich noch sagen, dass ich selbst schwere Hämophilie
A habe und persönlich denke, dass man sich sehr genau überlegen
sollte ,ob dem Kind dauerhaft einen Sonderstatus zufallen sollte.
Klar sollte KITA und Umfeld über die Krankheit informiert sein. Klar
ist jede Blutung bitter. Dennoch sollten Sie aus meiner Sicht ihrem
Kind die Möglichkeit geben so "normal" wie möglich
aufzuwachsen.

Liebe Grüße, U.J.

Integrationsplatz Kita

Beitragvon Anonymous arrow Mo 14. Dez 2015, 10:12

[quote="Forumsgast"]
Hallo GL,

mich würde mal die konkrete Begründung der Dame interessieren? Ich würde
das auch nicht telefonisch machen, sondern nur schriftlich.

Grundsätzlich solltet Ihr mit eurem Behandler sprechen und um ein
entsprechendes Schreiben zu der "besonderen Gefahr" bitten.
Der darf in dem Schreiben auch ruhig ein wenig überteiben.

Dann ist es an euch und der KITA der Dame eine KAUSALITÄT zwischen der
Beeinträchtigung (Hämophilie A)und der Teilhabe am alltäglichen Leben
(in diesem Falle am KITA-Alltag)aufzuzeigen. (auch schriftlich).
Fazit - euer Kind kann nicht / nur eingeschränkt am KITA Alltag
teilhaben da es Hämophilie hat. Mit einer entsprechenden Hilfe wäre
jedoch eine Kompensation möglich.



Davon abgesehen möchte ich noch sagen, dass ich selbst schwere Hämophilie
A habe und persönlich denke, dass man sich sehr genau überlegen
sollte ,ob dem Kind dauerhaft einen Sonderstatus zufallen sollte.
Klar sollte KITA und Umfeld über die Krankheit informiert sein. Klar
ist jede Blutung bitter. Dennoch sollten Sie aus meiner Sicht ihrem
Kind die Möglichkeit geben so "normal" wie möglich
aufzuwachsen.

Liebe Grüße, U.J.
[/quote]

Ja das ist richtig, unser Sohn soll so normal wie möglich aufwachsen.
Das ist auch unser Ziel des I-Status. Hierbei soll er nicht besonders
behandelt werden, sondern die Anzahl der Kinder in der Gruppe
reduziert respektive die Anzahl der Erzieher erhöht werden. Gerade
damit soll sichergestellt werden, dass unser Fluchtzwerg klettern,
rennen und was auch immer für Blödsinn machen kann und dennoch jemand
ein Auge auf ihn hat.
Ich habe bislang auch schon den von Dir angedeuteten Weg beschritten.
Ich hatte Kontakt mit der Bearbeiterin vom Jugendamt und auch hier
wird nochmal direkt ein Austausch mit unserem Hämophiliezentrum
stattfinden. Wie genau das ausgeht wird sich erst Anfang nächsten
Jahres zeigen. Verständnis für die Situation scheint in jedem Fall
vorhanden zu sein, die Voraussetzungen allerdings im Land Berlin sind
da eher fragwürdig. Wahrscheinlich ist es bundesweit genauso, aber
man kann jemanden der weder geistig noch körperlich behindert ist
schlecht in die vom Jugendamt geschaffenen Schubladen stecken. Das
ist dann wohl das Hauptproblem.
Aber wie gesagt sind alle Seiten offen für Argumente... das ist schon mal
ein Anfang!

Integrationsplatz Kita

Beitragvon Anonymous arrow Do 17. Dez 2015, 21:12

Hallo
GL,
ich denke es ist gut, dass ihr euch bereits mit dem Thema
"selbstständig aufwachsen" auseinandergesetzt habt.
Ich wünsche euch erstmal Glück, dass ihr den I-Helfer durchbekommt.
Sollte alles schiefgehen besteht auf einen schriftlichen
Ablehnungsbescheid und scheut euch nicht den Weg zum
Verwaltungsgericht zu machen. Die Richter sind selbst häufig im
Bereich der Eingliederungshilfe unsicher und entscheiden im Sinne des
Kindes, sobald eine Leistung abgelehnt wird, welche die Behinderung
oder Störungsbild des Kindes kompensieren könnte.

Berichtet doch mal wie es weitergegeangen ist.

Liebe Grüße, U.J.

Re: Integrationsplatz Kita

Beitragvon Gast arrow Do 27. Okt 2016, 19:49

hallo
lg

wir möchten unseren sohn gerade in den kindergarten intigieren haben daher eine Eins zu eins betreung beantragt.... die wurde natürlich abgelehnt da unser sohn werder behindert noch von behinderung bedroht wäre ... was wir nur zum teil nachvollziehen können natürluch ist er nicht geistig behindert und auch nicht körperlich sondern er hat eine schwere Hämophilie A .. wir als eltern möchten das unser sohn genau wie alle anderen kinder betreut wird mit einer zusätzlichen kraft mit besonderen augenmerk auf unseren sohn .... das landratsamt möcht das unser sohn durch einen zusätzlichen Plegedienst betreut wird ... daher haben wir angst das unser sohn eine sonderstellung in seiner gruppe bekommt ... unser Arzt hat gemeint das sei nicht gut für die soziale entwicklng unsres sohnes ... kann mir jemand einen rat geben was wir tun sollen wir möchten das beste für unsen sohn 1,5 jahre .... danke

Re: Integrationsplatz Kita

Beitragvon Gast arrow Fr 28. Okt 2016, 12:07

Unser Sohn hat auch eine schwere Hämophilie A und geht ganz "normal" in den Kindergarten. Es gab im Vorfeld einige klärende Gespräche mit den Erziehern und mir und ein Buch über hämophile Kinder in Kindergarten und Schule, mit dem sich die Erzieher vorbereitet haben.
Den Alltag dort kann er durch die Prophylaxe gut bewältigen. Sollte es zu einem Zwischenfall kommen, werde ich benachrichtigt undfahre direkt hin, so ist es besprochen. Das klappt sehr gut, ich habe nie ein unsicheres Gefühl und unser Sohn (5)ist mittendrin!
Sie können mich gern auch noch mal anrufen, meine Nummer steht auf der DHG Seite!
Liebe Grüße,
Alexandra Wanning,
Regionalvertretung Niedersachsen

Re: Integrationsplatz Kita

Beitragvon Gast arrow Fr 28. Okt 2016, 15:06

Hallo,

als Mutter eines hämophilen Jungen und Erzieherin in einer Kita kann ich sagen, dass eine 1:1 Betreuung nicht notwendig ist. Momentan scheint es zum Trend zu werden, dass die Sozialämter auf Pflegedienste verweisen, um Kosten zu sparen. Was soll ein Pflegedienst hier leisten? Es geht doch darum, den Kindern einen normalen Kindergartenalltag zu ermöglichen und für den Notfall gerüstet zu sein. Von daher ist eine sehr gute Aufklärung aller Erzieherinnen wichtig, damit zeitnah und richtig reagiert wird, egal, ob es sich um kleinere oder größere Zwischenfälle handelt. Die Broschüren der DHG sind sehr empfehlenswert. Eine zusätzliche Kraft im Rahmen der Eingliederungshilfe (in Thüringen liegt der Grundbedarf bei 11,43 Stunden pro Woche) ist natürlich von Vorteil, gerade wenn es um Ausflüge, Wanderungen, Sport oder den Aufenthalt im Freien geht. Vielleicht kann man diesen Kompromiss mit dem Sozialamt finden. Mehr ist nicht notwendig. Ein persönliches Gespräch mit dem Mitarbeiter des Amtes ist hier sehr wichtig, denn es sind meist Verwaltungsfachangestellt ohne medizinische oder pädagogische Ausbildung, die die Bescheide ausstellen. Anspruch besteht auch bei drohender Behinderung und diese könnte eintreten, wenn falsch oder zu spät gehandelt wird. das muss man höflich aber bestimmt kommunizieren.

LG Manuela Funk

Re: Integrationsplatz Kita

Beitragvon Gast arrow Fr 28. Okt 2016, 19:14

hallo lg

das ist es ja was mich ärgert die kita selbst sieht das so wie ich das unser sohn kein pflegedienst benötigt sondern nur diese 12 stunden zusätzlich... sogar alle kollegen der kita sind mit mir zusammen nach jena gefahren unser arzt hat sich sehr viel zeit genommen um den Erziehern die krankheit und handeln im notfall zuerklären...eine erzieherin ist zusetzlich noch gelernte krankenschwester und ein Hausarzt direkt im nachbar haus ... ich kann es nicht begreifen warum wir zusätzlich noch einen pflegediest benötigen sollten ... zumal das landratsamt möchte das wir die kosten bei der Aok einklagen sollen... wir selber möchten das garnicht...wir haben widerspruch eingereicht und uns einen anwalt genommen um diese ganze sache zu überblicken ... dabei will ich mein kind doch nur in die kita bringen... ohne eine dieser beiden möglichkeiten darf mein sohn nicht in die kita... danke

Re: Integrationsplatz Kita

Beitragvon Gast arrow Fr 28. Okt 2016, 19:22

habe mein anliegen auch im Ministerium für bildung,jugend und sport vorgetragen... und in diesem brief steht drin das meinem sohn die 12 stunden nicht zustehen da er werder behindert noch von behinderung bedroht wäre .... das macht mich wütend und traurig .... lg doreen kramer

Re: Integrationsplatz Kita

Beitragvon Gast arrow Mi 9. Nov 2016, 14:19

Hallo an alle hier...

Wir haben einen Sohn mit schwerer Hämophilie A (weniger 1%). Er ist 20 Monate und geht seit März in die Kita.
Der Kindergarten möchte jedoch um unseren Sohn bestmöglich zu schützen eine 1zu1 Betreuung. Es wurde dann auch von uns zusammen mit der Kita beantragt und nun leider abgelehnt.
Hat jemand Erfahrungen damit? Haben wir eine Chance die Betreuung doch zu bekommen?

LG und danke bereits jetzt für Antworten...