Humanitäre Hilfe - Seite 26

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Do 6. Okt 2016, 18:41

Hallo nochmal an alle MitstreiterInnen,

an dieser Stelle möchte ich einen kurzen Einblick in das geben, was wir aus dem eben persönlich geführten Gespräch mit MdB Ekin Deligöz (Die Grüne) an Informationen erhalten haben.

Zuoberst ist zu nennen, dass meine anfänglichen Schreiben an den kompletten Petitionsausschuss samt Stellvertretern sowie verschiedene MdBs nicht erfolglos bleiben. Gemeinsam mit u.a. einem Schreiben eines Betroffenen aus München ging die Thematik im BMG auf direktem Wege zum Bundesgesundheitsminister & dessen Staatssekretär.

Das Thema wurde mit hoher Priorität in die Haushaltsgespräche mitaufgenommen (& das sei laut Frau Deligöz schon eine hohe Errungenschaft). Frau Deligöz betonte dabei, dass Schreiben von Menschen, um die es geht, dabei als wesentlich authentischer angesehen & mit größerer Wahrscheinlichkeit ernstgenommen werden, als bspw. Schreiben von Anwälten. Sie ermutigte uns, die MdBs weiter mit persönlichen Geschichten zu konfrontieren. Danke also an dieser Stelle an alle, die sich die Mühe gemacht & entsprechende Politiker kontaktiert haben. Kein Brief ist umsonst, vor allem dann nicht, wenn er von Betroffenen oder Angehörigen stammt.

Frau Deligöz sieht weiter noch die jetzige Zeit als geeignet, um anzugreifen. Dabei ist es auch nicht zu viel verlangt, auf eine Entschuldigung der Verantwortlichen zu pochen, was natürlich auch rechtliche Konsequenzen im Sinne eines Schuldeingeständnisses mit sich führen & in unserem Falle einen Vorteil ergeben würde. Auch dieser Weg ist nicht aussichtslos, man muss ihn nur gehen. Auch, wenn die damaligen Personen längst nicht mehr die Posten besetzen, die sie damals einnahmen. Auch die nachfolgenden Generationen eines Pharmaunternehmens stehen in der Verantwortungspflicht.

Weiter noch fiel der Begriff der staatlichen Fürsorgepflicht, was vor allem deshalb Relevanz erlangt, weil Kinder betroffen waren & man niemandem aus dem sozialen Umfeld, schon gar nicht den Eltern, auch nur einen Ansatz von Verschulden zuweisen kann. Das ist ein Ansatz, auf den man sich in Gesprächen mit der Politik berufen kann & muss.

Frau Deligöz nahm sich sehr viel Zeit für uns & hörte sich auch an, wie sich die Situation für die Betroffenen in Bezug zur Öffentlichkeitsarbeit gestaltet. Nämlich teilweise mehr als prekär. Sie wird den Bundesgesundheitsminister mit diesem Sachverhalt nochmals konfrontieren, was ganz im Sinne aller Betroffenen sein dürfte.

Der wunderbare Abschluss unseres Gespräches war dann, dass wir gemeinsam mit den Grünen in Ulm oder Neu-Ulm eine Veranstaltung anbieten dürfen, um auf die aktuelle Situation hinzuweisen, um Unterschriften zu sammeln & um Spenden zu bitten. Auch erhalten wir Unterstützung im Bereich der Printmedien. Da wir weitere Stand-Aktionen auch in anderen Städten planen, erhalten wir diesbezüglich ebenfalls Unterstützung. Anfang November findet in Tübingen die Landesversammlung der Grünen statt. Auch hier dürfen wir zu Beginn sprechen & anschließend mit einem Info-Stand Unterschriften sammeln & mit den Leuten in's Gespräch kommen. Wenn jemand von euch uns dabei unterstützen möchte, würden wir uns sehr freuen. Die Veranstaltung findet an einem Wochenende Anfang November statt.

Wie ihr seht, es passiert viel & Stück für Stück tasten wir uns an die verschlossenen Riegen heran, die geknackt werden müssen & anfänglich doch so utopisch & unerreichbar erscheinen. Keine Energie ist verschwendete Energie, wenn ihr sie in dieses Anliegen investiert. Die Deutsche Aidshilfe wird uns übrigens als anerkannte Organisation bei einem Gespräch mit dem BMG zur Seite stehen. Das BMG kann Anfragen der Deutschen Aidshilfe schlecht ignorieren.

In Bezug zu medialen Auftritten BITTET Michael regelrecht darum, dass sich andere Betroffene vor die Kamera stellen. Wir merken ja selber, dass es langsam "ausgelutscht" ist. Wer also seinen Beitrag im TV leisten möchte, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Ich teile es jedem Sender & Programm mit, den/das ich künftig kontaktiere. So, wie ich es bei "Werner M." getan habe & es funktionierte, wie man gestern im BR sah.

Ich wünsche euch einen angenehmen Abend,
viele Grüße,

Lynn

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Do 6. Okt 2016, 21:52

Liebe Mitstreiter/Innen,

was wir selbst schon vorher wussten, haben die Anwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Bundestagsfraktion DIE LINKE, als auch die Beiträge in Monitor vom 29.9. und in kontrovers vom 5.10. deutlich unterstrichen:

Das BMG hat die Pharmaindustrie aus ihrer Verpflichtung entlassen und möchte wohl jetzt ihnen allein den 'Schwarzen Peter' zuschieben.

Das ist wie wenn man einem Wachdienst den Schutz seines Hauses anvertraut. Der Wachdienst öffent die Tür und läßt die Täter herein. Der Wachdienst kennt diese auch. Aber der Wachdienst stellt sich schützend vor die Täter und sagt den Einbruchsopfern: Wenn die Täter sich nicht selbst melden und den Schaden ersetzen wollten, ist nichts zu machen.

Der Wachdienst sollte doch die Opfer schützen! In was für einer Welt leben wir hier !

Im Zusammenhang mit Lynns Bericht über Ihr Gespäch mit Frau Deligöz möchte ich erneut an die Bitte Seehofers um Verzeihung für die Fehleinschätzungen der Bundesbehörden erinnern. Die Aussage Gröhes von der Unverzichtbarkeit der Stiftung spiegelt das wieder. Aber den Worten fehlt seit über zwei Jahren die Umsetzung in die Tat!

Liebe Grüße
joe

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Fr 7. Okt 2016, 13:06

Danke Joe!
Deinen Vergleich mit dem Wachdienst find ich sehr gut.
Die Vermutung liegt doch nahe, dass es bei den bisherigen Nachverhandlungen bezüglich der Stiftung diverse Absprachen zwischen Politik und Pharmaindustrie gab. Warum sonst hat man sich jetzt wieder auf ein Stillschweigen geeinigt und lässt das von der DHG unter die Leute bringen? Es kann doch da nur um Fakten gehen, die man nicht öffentlich machen will. Und, liebe Betroffene, so wie wir uns in den letzten Jahren und Jahrzehnten versteckt haben, hat diese Strategie doch immer wieder gute Aussicht auf Erfolg.
Genau betrachtet, liegt es hauptsächlich an uns. Wir müssen jetzt etwas anders machen als in der Vergangenheit. Die Zeit des "Stillschweigens" sollte vorbei sein. Unsere Situation darf nicht immer wieder vergessen werden! Wenn die Verhandler es schaffen, dass die Stiftung jährlich in den Haushaltverhandlungen des Bundes mit aufgefüllt wird, wird darüber zu berichten völlig unattraktiv. Sie werden versuchen, uns das als etwas gutes verkaufen, aber die Medien werden nicht mehr darüber berichten, dass wir nur ein Almosen kriegen. Es empört dann niemanden mehr und kein Journalist wird das noch interessieren.
Deshalb ist es an der Zeit, alles was möglich ist zu tun, um die Problematik in der Öffentlichkeit zu halten. Lynn und Michael zeigen einen super Weg, wie das gehen kann. Aber das kann sicher nicht jeder von uns und die beiden kommen auch an Grenzen. Wir können uns auch anonym zeigen, oder Freunde und Angehörige bitten, das für uns zu tun. Irgendetwas kann jeder tun. In anderen Foren die Story posten z.B.
Ich werde in Lübeck einen Info Stand machen, um Unterschriften zu sammeln und zu informieren. Wir sollten bei dem Treffen in Fulda über zeitnahe Aktionen sprechen (z.b. Demo in Berlin mit anschließendem Sitzstreik).
Gebt euch einen Ruck und versucht etwa zu bewegen. Gewartet, dass andere etwas für uns tun das haben wir lange genug.

Liebe Grüße
Jürgen Möller-Nehring
Jmn@planet.ms

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Fr 7. Okt 2016, 18:11

Hallo

Bezüglich Aktionen die geplant sind und Anfragen die noch laufen, kurz zur Info.
Meine Anfrage um Opferhilfe beim Weißen Ring, im Namen von uns Allen, (wer sich davon distanzieren möchte, schreibt mich bitte an, dann werde ich die Person explizit dem Weißen Ring mitteilen, das kein Interesse an Opferhilfe besteht)
läuft momentan Intern zur Beratung in der Bundesgeschäftsstelle.

Des Weiteren habe ich Kontakt zum Dekan der Uni Tübingen aufgenommen, ebenfalls mit der bitte um Hilfe unsere Interessen im Bundestag zu unterstützen.
Mir ist wohl bewusst das ich meinen Faktor von dort verabreicht bekommen habe und mit "Mittäter" verhandle, aber nichtsdestotrotz hat eine Unterstützung der Uni Tübingen mehr Gewicht, als meine persönliche Empfindungen.
Wer damit ein Problem hat, darf sich melden.

Melden darf sich auch jeder der mir helfen kann in der Durchforstung sämtlicher Dokumente die Uns Opfer HIV und HCV betreffen und von der Bundestagseite abrufbar sind.
Es geht darum relevante Aussagen, Feststellungen, Zusagen usw. zu finden und zu listen.
Dazu muss niemand die Anonymität aufgeben und wäre eine große Hilfe. Diese Listung nach Datum, Art, MdB, Fraktion, Ausschuss, Gutachten usw. würde sehr helfen bei Gesprächen mit Rechtsanwälten, Behörden, AIDS Hilfe, Weißer Ring, die sich solche Informationen erst erarbeiten müssten.

Jürgen hatte auch die Idee, selbst einen Film zu drehen.
Wer hat Ahnung und Erfahrung mit Video, Ton, Schnitt, Bearbeitung? Bitte melden.

Dankeschön!

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Fr 7. Okt 2016, 18:20

Uppss :oops:
Der Aufruf nach Hilfe und der Text kam von Toby

Ja nu, Nobody is perfect ;)

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Fr 7. Okt 2016, 23:59

Wunderbar,

mit den Ideen - und deren Umsetzung - sind wir auf dem richtigen Weg.

Ich habe gerade auf einer Geburtstagsfeier noch den Hinweis auf die Bürgersprechstunden unserer politischen Vertreter erhalten. Ich werde in den nächsten Wochen die Lübecker Abgeordneten aufsuchen, eine nach dem anderen.

Gute Nacht
Doris
wilma_d@arcor.de

PS. Liebe Programmierer; mir ist klar, dass man heutzutage spam-bots braucht aber 4 mal 3 ergibt ein Produkt, keine Summe. Bitte ändert das... danke


Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Mo 10. Okt 2016, 10:56

Hallo
Ich kann leider kaum Englisch. Kann mir jemand bitte eine kurze Zusammenfassung geben. Das wäre super.
Danke

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Di 11. Okt 2016, 17:35

Helfer für Präsenz in Tübingen gesucht

Hallo an alle MistreiterInnen,

ich freue mich, dass der Austausch hier mittlerweile einen progressiveren Charakter bekommt & sich die Starre der Ohnmacht ansatzweise löst. Ich hoffe, wir kommen auf diesem Wege voran & jeder ist mitverantwortlich dafür.

Michael & ich dürfen, wie bereits erwähnt, bei der Landesversammlung der Grünen Jugend anwesend sein & für unsere Kampagne werben. Hierfür benötigen wir Unterstützer. Das sind die Fakten dazu:

Wann: Samstag, 05. November 2016
Ort: Freie Waldorfschule Tübingen
Was: Wir benötigen Helfer, um unsere Idee, einen Stand in der Tübinger Innenstadt mit späterer paralleler Präsenz bei der Versammlung ab 16 Uhr zu realisieren.

https://lmv.gjbw.de/

Die Veranstaltung dauert von Freitag bis Sonntag. Da wir erst am Samstag können, wollen wir den ganzen Tag nutzen & am besten nicht nur in den Räumen der Waldorfschule vertreten sein. Unser Plan ist, ab morgens in der Tübinger Innenstadt anwesend zu sein. Wenn wir Unterstützer animieren können, könnten wir gleichzeitig mit ein wenig Infomaterial in die Waldorfschule fahren um dort ebenfalls auf die Petition & alles drumherum aufmerksam zu machen. Den Rahmen unseres Auftritts stellt dabei die Kaffeepause von 16-17 Uhr dar. Danach wird der kleine Infotisch entweder abgebaut & alle sind wieder beim Stand in der Innenstadt oder es bleibt bei der Verteilung.

Bei der Landesversammlung werden natürlich in erster Linie politische Themen behandelt aber auch Workshops angeboten. Außerhalb der Pausen wird wohl nicht viel los sein, da alle beschäftigt sind. Ich möchte mich bezüglich der Standaktion in der Innenstadt auch noch an die örtliche Presse wenden, vielleicht interessiert die das.

Wer uns unterstützen kann & möchte, ist herzlich eingeladen, uns zu kontaktieren! Ich danke euch im Vornherein & wünsche allen einen schönen Abend!

Viele Grüße,
Lynn

lynn.s@gmx.de

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Di 11. Okt 2016, 17:45

Liebe Mitstreiter!
Ich habe heute folgenden Brief als Antwort meiner Anschreiben an die örtlichen Bundestagsabgeordneten bekommen. Ich werde mit Frau Hiller-Ohm auch noch einen persönlichen Termin wahrnehmen.


Gabriele Hiller-Ohm
Mitglied des Deutschen Bundestages

Finanzierung der Stiftung Humanitäre Hilfe

Sehr geehrter Herr Möller-Nehring,

vielen Dank für Ihre Nachricht und entschuldigen Sie bitte die verspätete Antwort.

Ihr Anliegen beschäftigt mich seit einigen Wochen. Ich hatte gehofft, dass die Verhandlungen für den Bundeshaushalt 2017 im September eine Lösung für das Problem ergeben würden. Nun musste ich aber feststellen, dass wir vermutlich erst in der zweiten Haushaltswoche zwischen dem 21. und 25. November Bescheid Wissen, ob die Finanzierung für die Stiftung Humanitäre Hilfe und damit die Entschädigungszahlungen langfristig gesichert sind.

Nach Schätzung der Bundesregierung reichen die Mittel der Stiftung noch bis März 2018. Für das Jahr 2017 wurde eine Übergangslösung gefunden, die die Finanzierung sichert. Unser Ziel als SPD-Bundestagsfraktion ist es, die Leistungen aufrechtzuerhalten und zusätzlich eine Anpassung an die Inflation zu erreichen. Meine Kollegin Bärbel Bas, die Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Humanitäre Hilfe ist, setzt sich im Gesundheitsausschuss des Bundestags aktiv für diese Forderungen ein. Sie hat mir mitgeteilt, dass bei allen bisherigen Geldgebern (Bund, Länder, pharmazeutische Unternehmen und das Deutsche Rote Kreuz) die Bereitschaft besteht, sich an der Weiterfinanzierung der Stiftung zu beteiligen.

Sehr geehrter Herr Möller-Nehring, Ihre Nachricht und meine Nachfrage bei der zuständigen Kollegin helfen dabei, dass dieses wichtige Thema weiterhin auf der politischen Agenda bleibt. Gerade während der Haushaltsverhandlungen sind solche Hinweise besonders wertvoll.

Sollten Sie noch immer ein persönliches Gespräch mit mir wünschen, bitte ich Sie, mein Bundestagsbüro unter den links angegebenen Kontaktdaten zu kontaktieren.

Mit Dank und freundlichem Gruß
Ihre Gabriele Hiller-Ohm



Im Anschreiben habe ich die Briefvorlage der DHG noch persönlich abgewandelt verwendet.

LG
Jürgen
jmn@planet.ms