Humanitäre Hilfe - Seite 16

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow So 28. Aug 2016, 02:09

Ich kann mich Werner und Michael mit Lynn nur zu 100% anschließen! Leider waren meine Versuche offen mit HIV und HCV umzugehen nicht sehr positiv, daher gibt es nur einen kleinen Personenkreis von "Mitwissern". Trotzdem möchte und werde ich unterstützen wie es nur irgendwie möglich ist, sofern meine Anonymität gewahrt bleibt!

Viele Grüße
Ralf

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow So 28. Aug 2016, 11:42

Liebe Mitstreiter/Innen,

wobei ich Werner wunschgemäß ausnehme!

Da es (vielleicht gewollt) zu Missverständnissen gekommen ist, erkläre ich meinen Standpunkt gerne ein klein wenig ausführlicher.

Bei den Katholiken wird gefordert, der Bitte um Verzeihung nachzukommen. In der Katholischen Kirche wurde früher und auch heute oft bei Widerspruch zur Kirchenmeinung nicht nur mit Strafe gedroht, sondern nicht selten oder gar meistens unvermittelt angewandt. Welcher Katholik kennt nicht von früher aus seiner Schulzeit die Ohrfeige des Pfarrers, wenn man seiner Sonntagspflicht nicht nachkam. Bei der Rhetorik Werners frage ich mich, ob Werner Katholik der alten Schule ist?

Wenn ich Seehofers Bitte um Verzeihung im Zusammenhang mit unserem Anliegen fast mantrahaft wiederhole, soll das natürlich nicht die katholische Auslegung sein. Wie sonst jeder andere weiß, ist das darin liegende Versprechen gemeint, den Worten auch Taten folgen zu lassen. Das bedeutet für uns lebenslange Rentenzahlungen. Und das Interesse des Bundesministeriums für Gesundheit an unserer Lebenssituation, die sich in der Bestellung der Prognos-Studie ausdrückt, kann nur so interpretiert werden, dass man die aus der Bitte um Verzeihung abzuleitende Zusicherung unserer materiellen Versorgung den geänderten Umständen anpassen will. Die Studie und ihre Schlussfolgerungen wurden schließlich beim BMG in drei verschiedenen Versionen auf die Internetseite gestellt. Wenn den Worten keine Taten folgen, kann und muss man darauf mit Nachdruck hinweisen und die Umsetzung einfordern. Wut und Entsetzen allein reichen nicht. Die Aktionen von Michael und Lynn finde ich klasse.

Da wir eine sehr kleine Gruppe sind, müssen wir unsere Ziele gemeinsam verfolgen. Wie überall gehört es dazu, dass man diese unterschiedlich ausdrücken kann und darf. Wir dürfen uns nicht spalten lassen.

Liebe Grüße
joe

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow So 28. Aug 2016, 14:37

Hallo zusammen, Hallo Ralf!

Ich freue mich, dass du bereit bist, zu helfen und ich kann es gut verstehen, dass du nicht in die Öffentlichkeit gehen möchtest, wenn du auch schon nicht so schöne Erlebnisse hattest. Da habe ich wirklich sehr viel Glück gehabt,ich kann mich frei bewegen und darum arbeite ich auch in der Aidshilfe in der Prävention, dass endlich mal die Angst vor Ausgrenzung aufhört aber ganz wird es nie geschafft werden, denn dumme Menschen wird es immer geben.

Wenn du helfen möchtest, wäre es super,wenn du Briefe an deine Politiker schreibst, du kannst dann gerne auf Lynn's und meinen Kampf verweisen,dann bleibst du anonym. Z.B Bürgermeister, Regionalpolitiker und Ministerpräsident, wenn du nicht in Baden-Württemberg wohnst! Weiter noch kannst du lokales Radio,lokale Zeitung und auch das lokale Fernsehen kontaktieren. Wenn du sagst, dass der Stein schon hier bei uns in Baden-Württemberg ins Rollen gebracht wurde,schließen die sich sicher sofort an aber auch ohne diese Info,das können wir dir garantieren.

Wir müssen es chschaffen, das Thema breitflächig über ganz Deutschland zu bringen. Morgen versuche ich einen Reporter bei der dpa zu erreichen, er hat schon mal ein Interview mit mir gemacht und die sprechen alle Medien in Deutschland an.
Falls du auch mal reden möchtest, kannst du mir gerne schreiben,ich freue mich über jeden Kontakt!
MfG Michael

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow So 28. Aug 2016, 15:23

Es gilt natürlich auch für alle anderen Betroffenen. Wir bitten euch uns zu unterstützen und die Petition zu unterschreiben, macht jeden den ihr kennt mobil und schreibt an eure Politiker. Dies gilt natürlich auch für alle DHG Mitglieder, es wäre schön,wenn wir uns alle einig sind und zusammen stehen.

Bei der Abgabe der Petition und wenn wir die Möglichkeit haben sie persönlich abzugeben, wer wäre bereit mit zu kommen und auch vor die Presse zu stehen. Wie gesagt,alleine ist es schwer rüber zu bringen, dass es noch mehr Bluter gibt,die für eine gerechte Entschädigungszahlung kämpfen.
VG Michael

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow So 28. Aug 2016, 15:42

Glückwunsch Joe,

deine Sonntagsrede ist eine einzige intellektuelle Bankrotterklärung.

Meine Wut und mein rabiates Beharren auf meinen Standpunkt rühren einzig und allein aus der Tatsache, dass dieser 'Bitte um Verzeihung' ja gerade eben keine wirklichen Taten folgten. Sie sind und bleiben nur leere Worthülsen. Und die Inkonsequenz bei der Entschädigung unterliegt klarem System und eiskaltem Kalkül. Denn dadurch, dass der Inflationsausgleich abermals verschoben wird, verschaffen sich die Stifter nachweislich einen finanziellen Vorteil, den sie auch später nicht wieder an uns abgeben.

Dein (zutiefst neutestamentarischer) erster Standpunkt hingegen ist, dass irgendwann einmal (Vielleicht im Jenseits?) eine Entschädigung des erlittenen Leids und Schadens erfolgen wird. Ja, und da wir ja alle ach so viel Zeit haben, können wir auch ruhig noch ein wenig darauf warten. Und bis es soweit ist, begnügen wir uns mit dem, was man uns eben so hinwirft und sei es auch noch so wenig. Während in der Zwischenzeit einige von uns sterben und sich andere an uns auch noch dumm und dämlich verdienen!

Du Idiot (Ich lehne Beleidigungen eigentlich prinzipiell ab, da sie nur herabsetzen, aber du entsprichst der Definition eines Idioten* bis aufs letzte Wort, weshalb die Verwendung dieses Begriffes nur zweckmäßig ist.) scheinst nicht zu begreifen, dass du dich durch die Verkündigung deines frohlockenden Evangeliums zum Handlanger unserer Widersacher machst, weil dein erster Standpunkt „Ertrage das Leid und begnüge dich mit allem, das sie uns geben!“ einseitig zugunsten der Stifter ist: Denn diese zahlen weniger, während unser Schaden weiter wächst und wir nur die gleiche Entschädigung erhalten.

Zudem verwechselst du dein Wunschdenken mit der Realität und faselst dir pausenlos irgendwelche Zusammenhänge, Interpretationen und Ableitungen von Entschuldigungen und Entschädigungen zusammen, die real gar nicht da sind. Darum frage ich dich jetzt mal klar und einfach: Wo ist der Beweis für die Garantie auf Fortbestand der Stiftung? Wo der Beweis auf Inflationsausgleich?

Objektiv betrachtet muss man feststellen: Diese Beweise existieren nicht. Logische Reaktion darauf: Wut, Enttäuschung, Ablehnung, Depression usw. … Gegenmaßnamen … Genau an letzteren Punkt in der Entwicklung sind wir jetzt: Der Schaden ist da und wächst im Laufe der Zeit immer weiter. Die Entschädigungen tun dies nicht, ihr Wert sinkt sogar, weshalb wir nicht – wie von dir ursprünglich 'pragmatisch' vorgeschlagen – ausharren, sondern handeln müssen – was zuletzt auch dein Vorschlag war, womit du einen neuen Standpunkt eingenommen hast (nämlich meinen).

Schön zu sehen, dass du zum Ende hin deinen ursprünglichen, ersten Standpunkt verlassen hast und damit deinen eigenen Denkfehler selbst (auch bewusst?) erkannt hast. Leichte Schläge auf die Fontanelle steigern also doch das Denkvermögen! Wenn du also nochmal Bedarf hast, melde dich ruhig. Ich mache das gerne und sogar ganz ohne Beffchen!

MfG

Werner

*Idiot: jemandes Ärger oder Unverständnis hervorrufender törichter Mensch, Dummkopf (Quelle: Duden)

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow So 28. Aug 2016, 16:35

Hallo

wie wäre es wenn wir neben diesem Forum hier einen Chat laufen lassen würden? Wäre doch sicher technisch möglich auf dieser HP.

Schön wäre es auch wenn man uns von Seiten der DHG hier wöchentlich aktuelle Infos zum Stand der Verhandlungen geben könnte.
Sind ja doch noch leider einige Fragen ohne Beantwortung geblieben

Wünsche noch einen schönen Sonntag !

Gruss

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow So 28. Aug 2016, 17:06

Chapeau! Werner, wir brauchen Dich!

Wenn Worten keine Taten folgen, sind sie nichts als Schall & Rauch & Worte haben nunmal die großartige Macht, schönklingende Lügen zu sein. Ich möchte hierbei nochmals unterstreichen, dass Michael im Mai mitgeteilt wurde, den Ball um die Frage des Fortbestehens der Stiftung flach zu halten, Verhandlungen würden gerade laufen -> WORTE!

Das Ergebnis? Der Zettel, den die HIV-infizierten Bluter erhalten hatten -> TAT!

Es ist eine einfache Rechnung, die selbst ein nach dem Duden definierter Idiot lösen kann: Input ungleich Output. Und wenn das Ergebnis nicht stimmt, muss man an den Komponenten rütteln. Nichts anderes sind doch die betroffenen Bluter. Sie fungieren als Störvariablen in einer Rechnung, die einfach nicht aufgehen mag. Und um nichts anderes geht es den Verantwortlichen, bis jetzt. Im HIV-Hilfegesetz / Teil 2 / Abschnitt 1 / §14 wird als Grund für die Aufhebung der Stiftung "wenn der Stiftungszweck erfüllt ist" mit "oder die Mittel für die finanzielle Hilfe erschöpft sind." gleichgesetzt. Die 50%, die dafür sorgen, dass die finanzielle Versorgung der Betroffenen gewährleistet ist, kommen den 50% gleich, die dem Scheitern durch Erschöpfen der Mittel zugeschrieben werden. Auf der halben Wiegefläche der Waage liegt also der inkauf genommene existenzielle Tod der Betroffenen. So einfach.

Wir erleben hier die perfideste Geizgeilheit überhaupt. Und wenn man als Nummer behandelt wird, die sich zweimal im Jahr als noch lebend zurückmelden & jedes Mal aktiv das Gefühl verdrängen muss, die Kalkulation der an den Hebeln sitzenden schwarzen Krähen SCHON WIEDER durcheinanderzubringen, der erfreut sich sicher nicht an der Aussicht auf Erfolg in 40 Jahren. Dem nutzen auch, so meine ich, nicht alleine der Einbezug der Inflationsrate & die Nachricht "Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass WIR für SIE eine Fortzahlung der Leistungen bis zum Jahr 2018 erwirken konnten!".

Meiner Meinung nach wird hier ein weiteres unverschämtes Verbrechen an den Betroffenen begangen. Nämlich jenes an der Übergabe der alleinigen Verantwortung an die Infizierten samt Angehörigen, sich selbst um die eigene Absicherung zu kümmern NACHDEM das eigentlich Verbrechen schon vor etlichen Jahren begangen wurde. Ein Verbrechen an der psychischen Belastbarkeit eines ohnehin gedemütigten Individuums. Und nicht zu vergessen die Ignoranz jener, die heiteren Gemüts dazu auffordern, Briefchen im Rahmen einer süßen Briefaktion zu schreiben. "Falls Sie [...] Ihren Namen nicht erwähnt haben möchten, schwärzen wir diesen.". So einfach! Also, auf in die Öffentlichkeit mit all' den Beschämten & Gepeinigten, den an das Schweigen Gewöhnten & sich mit ihrem Schicksal Abgefundenen!

Achso, vergessen darf man dabei ja auch nicht, dass bitteschön jeglicher Schriftverkehr, ausgehend von den Blutern, an irgendwelche höheren Staatsorgane selbstredend der DHG bereitgestellt werden kann. Gar kein Problem - wenn man möchte, dass diese sich später bei eventuellem Erfolg mit eigentlich unserem Ruhm schmückt.

Zwingen können wir keinen, mit Name & Gesicht vor die Gesellschaft zu treten. Aber es ist das, was aus Nummern Menschen macht. Eine Zahl drückt schlecht Ärger, Verachtung, Wut, Enttäuschung aus. Und solange ihr als infizierte Bluter von oben herab so behandelt werdet, damit ihr euch einfügt in eine lückenlos sparsame Unmenschlichkeitsrechnung, ist es von höchster Relevanz, daran zu arbeiten, aus dieser stillgehaltenen Gruppierung ein ausdrucksstarkes Gesicht zu formen.

Lasst euch nicht als unindividualisierte Nummer an's Bein pissen, denn genau das ist der Plan der Verantwortlichen, die mit einem 2000€-teuren Schreibgerät einen Haken unter diese Angelegenheit als unbedeutendes Papier setzen.


Jetzt erst einmal eine Zigarette...
viele Grüße,

Lynn

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Mo 29. Aug 2016, 00:48

Ist hier eigentlich jemand von euch bei Twitter? Habe dort mal ein Hashtag erstellt, unter dem wir alles, was geht, laufen lassen werden.

#EntschuldigtDassIchNochLebe

Wenn ihr informative, hilfreiche & aussagekräftige Links habt, gebt sie mir gerne weiter oder postet direkt selbst darunter. So können wir vielleicht Stück für Stück ein Netzwerk aufbauen.

Gute Nacht an alle & viele Grüße,
Lynn

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Mo 29. Aug 2016, 07:42

Hallo an alle,
erstmal vielen Dank an alle die sich für unsere Belange einsetzen und etwas unternehmen wollen.
Was ich mich die ganze Zeit schon Frage, ob die Verantwortlichen der DHG den Sinn und Zweck eines (Ihres) Diskussionsforum nicht verstanden haben. Diese Art und Weise keine Reaktion auf die vielen Beiträge zu zeigen, keine der berechtigten Fragen zu beantworten empfinde ich nur noch als eine Unverschämtheit den Betroffenen gegenüber. Nichts ist herablassender als jemanden einfach zu Ignorieren.

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Mo 29. Aug 2016, 08:40

ich finde es auch befremdlich, dass die DHG sich nicht mehr für die Belange ihrer Mitglieder einsetzt. Wieso beteiligt sie sich nicht an dem Aufruf, die Petition zu unterschreiben? Wieso äußert sie sich nicht in der Öffentlichkeit über die Missstände?
Das wäre gerade jetzt so wichtig!

Normalerweise müsste man den Bluterskandal noch mal neu aufrollen. Über tausend Tote, das ist unglaublich und alles ohne eine Verurteilung, obwohl die Verantwortlichen davon wussten
http://robinblood.org/?page_id=59

Vielleicht sollte man Dr. Tolmein anschreiben, der die Contergan Opfer unterstützt.
http://www.menschenundrechte.de/de/menschen/dr-oliver-tolmein.html