Humanitäre Hilfe - Seite 15

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Mi 24. Aug 2016, 10:52

Liebe Mitstreiter!
Das mit dem Stand ist eine super Idee!

Ich stelle hier die momentan bekannten Fakten zusammen:
Wir wissen (nach der sog. Sprachregelung):
- „Das Ziel wird verfolgt, die Stiftung weiterzuführen“!
- „Die Stiftung soll ab 2018 über die mittelfristige Haushaltsplanung weitergeführt werden“!
- „Der Bund soll mit jährlich mehr als 40 % zur Finanzierung beitragen. Die Länder sollen weiterhin 20% des Finanzbedarfs abdecken. Gleichzeitig sollen die pharmazeutischen Unternehmen für die nächsten 10 Jahre einen bedeutenden Anteil beitragen. Damit würde die Industrie ihrem sozialen und humanitären Engagement gegenüber den Betroffenen besonderen Ausdruck verleihen.“

Wir wissen noch:
- Keinen Inflationsausgleich!
- Keine Überführung in ein lebenslanges Rentensystem!

Wo ist denn da bitte ein Minimalziel erreicht? Das ist kein Minimalziel, das sind ein ganzer Haufen Konjunktive. Das ist nach so langer Zeit des Dramas eine Katastrophe! Die Haushaltsplanungen für 2018 werden erst in 2017 gemacht. Es geht hier nicht mal um einen langfristig festgelegten Etat! Das sind doch alles nur Absichtserklärungen und keine einzige verbindliche Zusage!

Nochmal: Uns läuft die Zeit davon! Wir sind überhaupt nicht in der Position uns auf kaum erreichten Minimalzielen ausruhen zu können.

Michael D. hat einen ersten richtigen Schritt getan, wir müssen an die Öffentlichkeit.

Ich rufe nochmal dazu auf, dass alle Forum-Teilnehmer die sich weiter engagieren wollen, sich bei mir mit ihrer E-Mail Adresse melden. Dann können wir uns vernetzen und konkrete Planungen machen. (Internetseite, Öffentlichkeitsarbeit, usw.). Liebe Grüße

Jürgen M.-N.
jmn@planet.ms

PS: Wenn ich das lesen muss - "Damit würde die Industrie ihrem sozialen und humanitären Engagement gegenüber den Betroffenen besonderen Ausdruck verleihen". - wird mir schlecht.

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Mi 24. Aug 2016, 11:17

Noch eine Anregung!
Für ein Treffen zum Austausch der Betroffenen und um gemeinsam mit dem Vorstand zu sprechen, schlage ich eine Veranstaltung im Rahmen der DHG Mitgliederversammlung in Fulda vor.
Es wird uns nicht gelingen vorher ein Treffen zu organisieren. Allerdings sollte dieses Treffen nicht im Rahmen der normalen Tagesordnung, denn da geht es um Wahlen, Finanzen, usw., stattfinden, sondern als gesonderte Veranstaltung. Denn es sind ja lange nicht alle Mitglieder davon betroffen. Auch wäre es sinnvoll, wenn jemand von der Stiftung dabei ist.
LG
Jürgen M.-N
jmn@planet.ms

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Mi 24. Aug 2016, 12:07

Gast hat geschrieben:Für ein Treffen zum Austausch der Betroffenen und um gemeinsam mit dem Vorstand zu sprechen, schlage ich eine Veranstaltung im Rahmen der DHG Mitgliederversammlung in Fulda vor.


Das halte ich auch für eine gute Idee. Es sollte im Rahmen dieser Mitgliederversammlung ein "Betroffenen-Treffen" stattfinden, das auch von der DHG initialisiert und organisiert wird. Denn nur die DHG verfügt über die Mittel und Informationen so was zu organisieren.

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Mi 24. Aug 2016, 17:23

Wann würde dieses Treffen denn stattfinden?

Ich habe heute mit der Presse telefoniert & das Interesse am Thema ist groß. Ich kann jedem nur dazu raten, sich mit der entsprechenden Lokalzeitung in Verbindung zu setzen, da es wirklich viele Menschen gibt, die dieses Thema unterstützen & wir sind auf mediale Mittel angewiesen.

Scheu vor der Öffentlichkeit ist nachvollziehbar, aber ein großes Hindernis auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung. Die Petition, die ich mit Michael online gestellt habe, geht seit heute auch beim DRK rum. Mal sehen, wie die darauf reagieren. Es ging primär um leere unbenutzte Blutkonserven, die ich für unseren Stand organisieren wollte als Eye-Catcher für die Leute & da will das DRK natürlich wissen, wofür.. Plakate werde ich morgen machen.

Wenn ihr weitere Ideen habt, gerne schreiben! Und bitte sagt mir, wann dieses Treffen stattfinden soll.

Viele Grüße & schönen Abend,
Lynn

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Mi 24. Aug 2016, 22:42

Schönen guten Abend!

Mein Name ist Michael Diederich und seit 2002 bin ich mit dem Thema HIV und HCV Entschädigung in der Öffentlichkeit. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass wir uns endlich zusammenschließen und gemeinsam für Gerechtigkeit sorgen. Wenn es zu einem Treffen kommt werde ich dabei sein um meinen Beitrag zu leisten aber ich frage euch, ob ihr AUCH dazu bereit seid? Denn wir dürfen uns nicht länger verstecken. So bekommen wir nie die Aufmerksamkeit, die wir brauchen. Nur so können wir Druck aufbauen und für Gerechtigkeit sorgen. Seit 19 Jahren gehe ich offen mit meinen Krankheiten um, jeder, der mich kennt, weiß von mir Bescheid und ich habe nie negative Erfahrungen gemacht. Ich arbeite auch in der Aidshilfe und erzähle meine Geschichten in Schulen, Firmen und Krankenpflegeschulen, auch dies geben immer positive Resonanz und die Aidshilfe steht ohne jeden Zweifel im Ganzen uns unterstützend und ist offen für dieses Thema.

Meine Freundin Lynn und ich haben vor 2 Tagen eine Petition auf change.org gestartet und sie auf Facebook gestellt, wie sie euch ja bereits erzählt hat. Alle meine Freunde, Bekannte und auch Mitarbeiter meiner Eltern unterstützen uns aber alleine als Betroffener wird es sehr schwer werden, diese Aufmerksamkeit nach Berlin zu bringen, darum wäre ich sehr froh, wenn ihr die Petition unterschreibt und, wenn es dann läuft mit den Medien, auch dabei seit!

Meine Freundin und ich werden alles Menschenmögliche tun aber eure Unterstützung ist das Beste und Wichtigste, wenn wir Erfolg haben möchten! Ihr könnt mir jederzeit eine e-Mail schreiben, so können wir auch alles koordinieren. Ich freue mich darauf. michaeldiederich@gmx.net


MfG Michael Diederich

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Fr 26. Aug 2016, 20:54

Liebe Mitstreiter/Innen,

im Musterbrief der DHG zur Unterstützungsaktivierung unserer Bundestagsabgeordneten wird auf die Prognos-Studie zur Lebenssituation der betroffenen Leistungsempfänger verwiesen. Ihre Bedeutung ist aber stärker als in der Erwähnung im Musterbrief. Denn diese wurde nicht von der Stiftung initiiert, sondern vom Bundesgesundheitsministerium selbst.

Dazu der Link bei POLITIKEXPRESS
http://www.politikexpress.de/weiterfueh ... 62300.html

Das BMG musste aus Datenschutzgründen die Stiftung bitten, dies für das BMG durchzuführen, da nur die Stiftung die Adressen hat.

Löblich ist, dass das BMG an der Lebenssituation interessiert ist. Das für uns Bittere ist die Umsetzung.

1) Statt der dauerhaften Sicherung ist sie in zwei Etappen geplant. Das ist kränkend, aber aus pragmatischer Sichtweise im Gegensatz zu bisher ein Fortschritt.

2) Das Fehlen eines Hinweises auf einen Inflationsausgleich und einer jeweiligen Zahlungsanpassung im Rahmen der Renten wie bei der Conterganstiftung ist sehr vorsichtig ausgedrückt überraschend. Denn die Prognos-Studie mit genau diesen Folgerungen wurde vom BMG bestellt.

Ich erinnere nochmals an die Bitte um Verzeihung im Namen der Bundesregierung durch den damaligen Bundesgesundheitsminister Seehofer.

Liebe Grüße
joe

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Sa 27. Aug 2016, 18:57

Lieber Joe,

es gibt keine Garantie für eine neue 'Etappe' nach der jetzt kommenden (Die wievielte ist das jetzt eigentlich insgesamt? – Hat irgend jemand mitgezählt?) und damit auch nicht für die langfristige Absicherung bis zum Lebensende. Nur ein verqueres 'Politikerhirn' kann einen Erfolg darin sehen, was genau genommen nur behelfsmäßiges Flickwerk ist.

Wenn die Leistungen der Stiftungen auf diesem Niveau belassen werden, kostet das jeden Betroffenen 30000 EUR Kaufkraft in den kommenden 10 Jahren – das sind (zurückhaltend gerechnet) ca. 12 Mio. EUR 'Gesamtersparnis' für die Stifter – Geld, dass wir Betroffenen nie sehen werden, denn eine rückwirkende Zahlung des Kaufkraftverlusts ist nicht einmal ansatzweise Bestandteil der Verhandlungen.

Das ist nichts als inhumane Pfennigfuchserei, bei der jeder (samt Angehörigen) mehrfach bestraft wird, wenn er früher stirbt, weil er (sie) nie von den zum Ende hin höheren Leistungen profitieren konnte(n). Wo ist da für die Gerechtigkeit unter den Betroffenen gesorgt? Es ist schon unverschämt genug, dass man uns damals direkt nach dem Blutskandal individuell entschädigte. Warum zählt ein Leben mehr als das andere?

Warum treibt man uns nicht gleich in die Gaskammer? Das wäre doch noch die günstigste Lösung!

MfG

Werner

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Sa 27. Aug 2016, 19:07

Ich muss noch ergänzen: ... den zum Ende hin 'vielleicht' höheren Leistungen ...

MfG

Werner

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow Sa 27. Aug 2016, 20:15

Und noch etwas, wo ich mich gerade in Rage geredet habe:

Die damalige 'Bitte um Verzeihung' von Horst Seehofer ändert (auch wenn wir Betroffenen sie annehmen) nichts daran, dass uns realer physischer, psychischer, sowie materieller Schaden entstanden ist! Und diese plumpe Erinnerung an diese 'Bitte um Verzeihung' ist letztendlich nichts anderes als der Versuch, diesen Schaden für die Schadensverursacher materiell zu minimieren – und das damals, wie heute. – Denken die im Bundestag eigentlich, dass wir vollkommen bescheuert sind und einfach sagen: „Ohh… also die haben sich entschuldigt - ist ja auch weiter nichts passiert! Also: Schwamm drüber!“ – Joe, das wird nicht passieren!

Joe, liege ich richtig mit der Annahme, dass du selbst kein Betroffener bist? Jedenfalls klingst du nicht wie einer – mehr wie ein Verhandlungsführer der DHG. Joe, darum will ich dir mal eines sagen: Wage es nicht noch einmal, dich als unser Mit-'streit'-er zu bezeichnen (Sonst hast du genau einen davon an der Backe!) und lasse zukünftig jeden deiner weichgespülten 'Mediationsversuche' sein! Wir lassen uns nicht mehr so billig abspeisen! Wenn die Politiker und die Pharmakonzerne einen neuen Blutskandal wollen, sollen sie ihn auch bekommen!

Re: Humanitäre Hilfe

Beitragvon Gast arrow So 28. Aug 2016, 00:58

Schönen guten Abend zusammen!

Die Aussagen von Joe betreffend kann ich nur erwidern, dass jeder Versuch, der gegnerischen Seite, etwas Positives aus deren Vergehen an uns ( damals wie heute ) zu ziehen, das Höchstmaß an Lächerlichkeit und Demütigung uns gegenüber darstellt!
Ich sehe oft in jedem etwas Positives aber an der Sache gibt es davon garantiert nichts. Die tun nur so viel, wie von uns Gegenwehr kommt und DA müssen wir ansetzen (siehe Contergan).

Dieses Leid ist durch nichts zu entschuldigen und auch nicht zu bezahlen. Die Pharmaindustrie und Politik führt sich auf, als ob sie Wohltäter wären. Damals, als Sie den Faktor nicht mehr verkaufen konnten, wurde er in arme Länder verschenkt. Als der Fonds gegründet wurde, haben sie das Geld als Spende und "freiwillig" eingezahlt aber diesmal werden sie nicht gut weg kommen und dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen!

Leider ist es nunmal so, dass man oft nur dann Menschen hilft, wenn man in Kontakt zu ihnen steht, darum ist Öffentlichkeitsarbeit das Wichtigste! Ich setze alle meine Kraft in diese Arbeit und mit meiner Freundin und vielen Unterstützern können wir einiges erreichen! Wir lernen immer neue Menschen kennen, die uns unterstützen. Am Montag gibt es ein Treffen mit der Zeitung und Radio 7 wird auch einen Aufruf für unsere Petition starten. Das ist erst der Anfang, ich hoffe, das Fernsehen wird folgen und wir können das Thema lange in der Öffentlichkeit halten. Doch wenn es soweit ist, müssen wir zusammen als Gruppe auftreten, nur so können wir zeigen, wie ernst es uns ist. Darum bitte ich Euch, bei der Petition zu unterschreiben und uns zusammenschließen! Auf change.org findet ihr die Petition unter "Fortführung der Entschädigungszahlung an durch Blutproduckt HIV-infizierte Bluterkranke".

Lasst es uns nicht schon wieder in Vergessenheit geraten, denn die Möglichkeiten werden immer weniger.
Ihr könnt uns gerne eine E Mail schreiben entweder hier auf das Profil meiner Freundin Lynn oder mir über michaeldiederich@gmx.net!

VG und gute Nacht von uns,
Michael und Lynn