Krankenkasse und Kostenübernahme

Krankenkasse und Kostenübernahme

Beitragvon Gast arrow Di 12. Sep 2017, 11:45

Liebe Forumsleser,

unsere Tochter 2 Jahre alt hat das Willebrand Syndrom Typ III.
Seit ca. einem halben Jahr haben wir einen Port implantieren lassen. Vorher wurde nur in Notfällen gespritzt in der 80km entfernten Uniklinik.
Mittlerweile spritzen wir prophylaktisch selber einmal pro Woche. Dazu haben wir folgende Hilfsmittel als Rezept von unserer Uniklinik erhalten(Krankenkassen TK):
- Hämate /zahlt TK
- Taurolock /zahlt TK nach einschalten eines Anwalts
- Kochsalz /wird nicht bezahlt laut TK da medizinisches Produkt
- Injektionsnadeln /wird nicht bezahlt laut TK da medizinisches Produkt
- Handschuhe (2 Größen meine Frau und ich) /wird nicht bezahlt laut TK da medizinisches Produkt
- steriles Tuch (zur Ablage) /wird nicht bezahlt laut TK da medizinisches Produkt
- Tupfer /wird nicht bezahlt laut TK da medizinisches Produkt
- Leere Spritzen /wird nicht bezahlt laut TK da medizinisches Produkt

Die Medikamente werden von der Krankenkasse (TK) übernommen nach rechtlichen Schritten. die medizinischen Produkte allerdings nicht. Dafür sei die Pflegekasse zuständig. Der medizinische Dienst war schon bei uns und hat sich unsere Tochter und Gegebenheiten angeschaut und festgestellt das wir keine Pflegestufe gewährt bekommen.
Wer deckt denn nun die Kosten?
Wohin kann man sich noch wenden?
Gibt es Stiftungen die für solche immensen Kosten aufkommen?

Hat jemand Erfahrung oder kann uns helfen? Behörden und Krankenkassen sind da wirklich eher ein Hemmschuh als eine Hilfe :-(

Wir haben für unsere Tochter einen 80%igen Behindertenausweis falls das noch wichtig wäre.

Es dankt ein verzweifelter Vater.
Tobi

Re: Krankenkasse und Kostenübernahme

Beitragvon Gast arrow Di 12. Sep 2017, 17:53

Sehr geehrter Tobi,

meines Wissens sind alle Kinder und Jugendliche von Zuzahlungen befreit!
Haben Sie auch mit der Apotheke, Hausarzt oder Willebrand-Behandler gesprochen? Notfalls den Sozialen Dienst ihrer genannten Uni anfragen.
Ich wünsche Ihnen eine passende Lösung!
Ich denke hier kann auch eine betroffene Familie ihre Erfahrung weiter geben!
MfG Siegmund
(ein ältere Hämophiler)

Re: Krankenkasse und Kostenübernahme

Beitragvon Gast arrow Mi 13. Sep 2017, 11:04

Hallo Siegmund,

Apotheke hat schon bei der KK angefragt und die günstigsten Handschuhe, sterilen Tücher etc. rausgesucht. Wurde aber seitens KK abgewiesen wegen medizinischen Produkten solle Pflegekasse übernehmen.
Hausarzt bzw. Kinderarzt sind bei der Sache raus da sie dort nicht involviert sind.
Uniklinikum (Willebrand Behandler) mehrfach gesprochen und Befunde bzw. Schreiben extra für die KK erhalten ohne Erfolg.
Sozialer Dienst Klinikum bringt nichts, da anderes Bundesland. Regelung im Saarland anders als in RLP. Sozialer Dienst am Uniklinikum kennt sich nur mit Saarland aus (verständlich).

Re: Krankenkasse und Kostenübernahme

Beitragvon Gast arrow Di 19. Sep 2017, 10:07

Hallo Tobi

Hoffe das du da eine dauerhafte Lösung mit der Krankenkasse
oder mit der Pflegekasse findest. Sonst kann das über die Jahre
ganz schön an's Geld gehen. Noch ein Tipp die Präparate Firma bei
Haemate ist die Firma Behring, die kann Dir übergangsweise sicher
bei den benötigten Beisachen unter die Arme greifen. Sind da normalerweise schon spendabel. Sie Verdienen an dem Präparat ja nicht schlecht.
Hoffe ihr findet eine Lösung.

LG Gerhard

Re: Krankenkasse und Kostenübernahme

Beitragvon Gast arrow Mi 20. Sep 2017, 20:40

Hallo Tobi
und an alle Eltern,

nach Auskunft der Vors. des Ärztlichen Beirats der DHG sind Spritzen, Kochsalz und Handschuhe Verschreibungsmöglich, als einziges ist Desinfektionsspray zu kaufen!!!
Wenn die Verschreibung vom Arzt (sollte aber auch ein Hämophiliebehandler sein) nicht funktioniert, dann bitte mit der DHG-Geschäftsstelle aufnehmen, wir finden eine passende Lösung.
Eine Mutter berichtete mir, sie kaufe vieles billiger in Drogerien ein.
Ich hoffe diese Zeilen helfen, die DHG hilft ansonsten weiter!

Bleibt mutig und stark!
Siegmund